37. Lombok und Bali

Lombok

Von den Komodo Inseln nach Lombok, 200nm
8. September 2017 
Für die Strecke nach Lombok würden wir ca zwei Nächte und einen Tag brauchen. Wir überspringen die Insel «Sumbawa» der Inselreihe.  Es gäbe entlang dieser Insel noch viele Möglichkeiten von schönen Ankerplätzen, aber die Gegend an der Küste ist so windarm, dass die Fortbewegung nur unter Motor möglich ist und dies ist jedem Segler zuwider! So heckten wir den Plan aus, zwanzig Seemeilen von der Küste weg zu motoren und dann die Strecke mit dem Tradewind hinter uns zu bringen. Dies würde zwar eine längere Strecke bedeuten, doch aber unter Segel, nicht unter Motor, was uns um einiges lieber war. Nach fast einem Tag in Richtung Norden motoren, fingen wir dann die ersten, leichten Zehn Knoten mit unseren Segeln. Die Windvorhersage versprach uns Winde in dieser Stärke, max fünf Knoten mehr. Je weiter wir uns von der Küste entfernten, umso höher wurde der Schwell. Mit so wenig Wind und dem hohem Schwell konnten wir unser Grosssegel nicht benutzen – zu wenig Winddruck und der Baum schlägt durch die Schiffsbewegungen der Wellen hin und her. Mit den angetroffenen Begebenheiten machte es keinen Sinn, noch weiter von der Küste wegzufahren, der Wind würde nicht mehr sein und die Wellen gleich gross, also nahmen wir Kurs West, der Insel Sumbawa entlang, in Richtung Lombok. Die zwei Nächte und zwei Tage auf unserer Reise nach Lombok verbrachten wir dann schlussendlich zu einem Teil unter Segeln und zu einem, nicht ganz kleinen Teil unter Motor. Im besten Sinn würden wir sagen – es war fifty fifty.

 

Unter Motor nach Lombok, Delfine begleiten uns kurz

 

Die «Medana Bay Marina» in Lombok
Organisatorisches und Erledigungen am selben Ort
9. September 2017

Wir erreichten den grossen Ankerplatz am Morgen. Da wir hier unsere Pässe abgeben können, um die Visa zu verlängern, trafen viele der Rally Teilnehmer hier zusammen ein, auch von anderen Rally’s. Die Bucht ist gegen Norden offen und ein paar Tage zuvor hatten sie starken Nordwind, der einen grossen Schwell verursachte, Mooringleinen rissen und ein Boot an Land gespült wurde. Als wir ankamen lag die Bucht zufrieden und ruhig vor uns, wir pickten eine Mooring, nahe dem Ufer. 

 

Medana Bay in Lombok, anders als im Mittelmeer..

«Medana Bay Marina» war weniger Marina als der Namen versprach – aber wir sind ja auch in Indonesien und nicht im Mittelmeer! Es gab einen einzigen, wackeligen Steg wo ein Katamaran festmachte. Das Marina Gebäude war ein einfacher Freiluft-Pavillon. Der Service aber war perfekt: Alle unsere Notwendigkeiten bekamen wir von der «Marina» erledigt. Das heisst, wir konnten unser Gas nachfüllen lassen (was in Indonesien nur an ganz wenigen Plätzen möglich ist), Diesel und Benzin bestellen, die Wäsche machen lassen und sogar die Bierreserve nachfüllen! Dies alles auf einmal an einem einzigen Ort – das haben wir geschätzt! Auf der Reise nach Lombok zerriss unser Leichtwindsegel. Ein guter Zufall war, dass dies auch jemandem Anderes passierte und wir beide zusammen unsere Segel mit einer ausgeliehenen Nähmaschine flicken konnten. Wir benutzten dafür einen grossen mit Bodenplatten belegten Terrassenboden! Wie so oft ist die Segler Community füreinander da und wir bekamen von allen Seiten Materialien die uns fehlten. Zum guten Schluss hatten wir ein proper geflicktes Segel! 

Unser Leichtwindsegel wird verstärkt….

 

In den Strassen von «Lombok Utara»
10. September 2017
Unser Ankerplatz lag im Norden der Insel, nahe bei den touristischen «Gili» Inseln. Mit einem Spaziergang durch Lombok Utara bekamen wir einen kleinen Einblick. Bali und Lombok sind in unseren Breitengraden, wo wir zuhause sind, bekannte Ferienziele. Auf den Strassen ging es auf jeden Fall geschäftiger zu und her. Traditionelle Pferdewagen dienen den Touristen als Transportmittel. Neele als Pferdenärrin wollte das natürlich unbedingt ausprobieren. Nach unseren Einkäufen auf dem Gemüsemarkt (so eine Wassermelone ist schon schwer!) waren die Rucksäcke gefüllt und schwer, und so war einem Ritt mit dem Pferdewagen nichts entgegenzusetzen! 

Eine alltägliche Szene auf Lomboks Strassen

Die Kinder haben Fahrräder, bisher noch kaum woanders gesehen

Lombok ist hauptsächlich Muslimisch

Waschstation

Fröhliche Gesichter beim Markt in Lombok

Unser Taxi wartet!

Neeles Lieblingstier!

 

Im Lombok Elephant Park auf Tuchfühlung mit einem Nilpferd – Auge in Auge mit Weissbauch Adler – einer Python um den Hals  und Elefanten duschen!
11. September 2017
Ein unvergleichliches Erlebnis war unser Besuch im Lombok Elephant Park. Dies war weit mehr als wir je in einem Tierpark oder Zoo erlebt haben – noch nie waren wir so vielen Tieren so nahe. Der Park wurde erst vor einigen Monaten eröffnet und zum Schluss begegneten wir sogar noch den beiden Eigentümern, welche mit ihrer Begeisterung und Liebe zu ihren Tieren ein toller Ort geschaffen haben! 

Portrait mit der Besitzerin des «Elephant Park Lombok» 


Lenja hat unseren Besuch im Elephant Park beschrieben:

Ein Nachmittag im Elephant Park in Lombok
Text von Lenja Elin Kaufmann

Der Elephant Park ist ein kleinerer Zoo in Lombok, Indonesien, aber der mit Abstand beste in dem wir je gewesen waren. Gestern nach dem Mittagessen hüpften wir also in ein Auto  und schon 15min später, nachdem wir den Eintritt bezahlt haben, stehen wir schon vor dem grossen, edlen, mit Kletterpflanzen bewachsenen Eingangstor mit den zwei grossen Elefanten (die natürlich nicht echt waren). Nachdem wir eine Treppe runtergegangen waren, fiel mein Blick gerade auf einen grossen Seerosenteich, links von mit, wo dahinter über eine Steinplatte Wasser über das grosse Logo vom Park läuft, was sehr edel aussieht. Aber typisch Neele, hat sie wieder keine Augen für den Wasserfall und rennt geradewegs zu einem Bau voller Papageien und Kakadus. Dort bekommt Neele einen schwarzen Palmkakadu namens Bagong und ich einen grünen Papagei namens Lauren auf die Schulter gesetzt! Weil Montag war, waren nicht so viele Leute im Park und wir können uns bei jedem Tier viel Zeit lassen. So, nachdem wir ein paar lustige Fotos mit den Vögeln gemacht haben, spazieren wir am Café vorbei, weiter den schön bepflanzten Weg entlang, bis wir auf einem Wegweiser einen kleinen, frechen Papagei sehen. Er hüpfte uns auf den Arm wo wir ihm Banane geben, die dieser, wie uns gesagt wurde, sehr liebt. Aber entgegen unseren Erwartungen schluckte er die Banane nicht, sondern manschte ewig ein kleines Breichen im Schnabel herum. Nur um es dann wieder auf meinen Arm fallen zu lassen! Nachdem wir ihm also ein bisschen beim Mantschen zugesehen haben, ruft Neele plötzlich: «Kommt mal! Schnell!» Also setzten wir den kleinen Kerl wieder auf seinen Wegweiser, wo er weiter mit seiner Banane umhermanschte und liefen zu Neele, die vor einem Seeadler stand, der auf einem Ast sass. Er legte seinen Kopf schräg und guckte uns sehr interessiert an. Aber da Neele schon weiter bei ein paar schlafenden Eulen stand, konnten wir ihn nicht lange bestaunen (oder er uns!). Gerade neben den Eulen war ein Baum mit einem roten Lorekeet und einem grossen Tukan, der, als Papi ihn auf den Schultern hatte, ihm mit seinem grossen Schnabel eins auf den Kopf haute, wie um zu schauen, was da drin ist. Neele nimmt natürlich sofort den Papagei auf den Arm. Als nächstes sehen wir ein Reh, das uns ein wenig scheu anschaute, aber weil es ein bisschen traurig aussah, schlenderten wir weiter und plötzlich sahen wir die berühmten Orang Utans aus Borneo. Mit denen kann man normalerweise ein Gespräch mit Händen und Füssen führen und Fotos machen, aber da der Wärter in den Ferien war, blieb uns das verwehrt. Es war trotzdem cool, das Orang Utan Weibchen Tessy zu sehen, auch wenn sie nur träge im Schatten lag und Mühe hatte, ihre braunen Augen offen zu halten. Mami hatte die gute Idee zu warten bis sie einschlief, darum setzten wir uns alle auf den Boden und beobachteten einen zweiten Orang Utan, der wie ein Mensch unter seinem Häuschen sass und mit eine Kohlblatt spielte. Als er es in die Nase steckte und danach aufass, mussten wir alle lachen und störten dabei Tessy, die fast eingeschlafen, jetzt aber wieder hellwach war! Darum gaben wir es auf und gingen weiter, zu zwei Sonnenbären, denen wahrscheinlich ein bisschen heiss war und hin und her trampelten. Da sie uns nicht eines Blickes würdigten, trödelten wir auf dem blumenumsäumten Weg weiter, bis zu einem Holzverdeck unter dem ein Mann mit einer RIESIGEN Phyton sass, die nicht besonders freundlich aussah, aber wenigstens erwürgte sie mich, als ich sie auf der Schulter hatte, nicht! Sie war sehr schwer und als sie sich bewegte, konnte man richtig ihre Muskeln fühlen! Wir blieben eine ganze Weile bei der Schlange, weil es dort sowohl auch Baby- und Erwachsene Leguane zu sehen gab. Nachdem wir uns dann doch entschieden hatten weiter zu gehen, sahen wir in einem kleinen Teich ein Salzwasserkrokodil an dem sich schon Algen angesetzt hatte. Wir gingen schnell weiter, der Weg stieg an und nachdem wir noch einen Steinbock und eine zweite Phyton gesehen hatten, kamen wir zu drei Affeninseln, die umgeben von einem Wassergraben waren. Auf der Ersten sah man vom Affe kaum mehr als eine schwarze Kugel, die auf einem Baum sass und ein lustiges Gesicht hatte. Der Affe auf der mittleren Insel sass am Rand und liess die Beine baumeln, plötzlich stand er auf und lief, während seine langen Arme an seinen Seiten baumelten, ein paar Schritte und liess sich dann mit einem «plumps» wieder auf den Hintern fallen. Das ganze sah so lustig aus, dass Neele und ich in lautes Gelächter verfielen! Der Affe war wahrscheinlich beleidigt von unserem Gelächter und rührte sich nicht mehr vom Fleck. So liessen wir ihn schmollen und liefen hinüber zur nächsten Affeninsel. Dort jagen sich zwei Affen gerade spielerisch über die ganze Insel. Sie kugelten übers Gras, bissen sich ins Ohr und hangelten sich wendig an ein paar Stangen entlang. Als der kleinere von Beiden in sein Häuschen zuück wollte, zog ihn der Andere einfach am Fuss zurück und weiter gings! Wir beobachteten die beiden lange, weil sie uns auch an mich und Neele erinnerten, bis uns ein Geräusch von nebenan weiter laufen liess. Es war ein Nilpferd, wenn auch nur ein kleines. Es kam ganz nah zum Zaun, so nah dass wir es anfassen konnten. Es klappte sein Maul auf und zu, so dass wir sogar eine Ahnung von nilpferdischem Mundgeruch bekamen!. Aber es war auch fantastisch, mal ein Hyppo von so nah zu sehen. Nach einer Weile, als das Nilpferd keine Lust mehr für komische Segler hatte und weg lief, zogen wir weiter zu ein paar Nasenaffen und dann zu einem Elefanten. Er war noch jung und hatte noch viel Unsinn im Kopf, darum hatte er ein separates Gehege. Wir blieben lange bei ihm und fütterten ihn mit Kokosnusspalmholz-Stäbchen. Es sah sehr lustig aus, wenn er mit seinem Rüssel nach dem dünnen Stäbchen klaubte und es dann geräuschvoll zerkaute. Als uns dann die Hölzchen ausgingen, wurde er frech und erschreckte uns mit einem sehr lautem Trompete, was er sehr lustig fand, das man daran erkannte, dass seine Ohren wild hin und her flatterten! Plötzlich drehte er uns ganz dezent den Rücken zu und schaufelte mit seinem Rüssel ein kleines Häufchen Dreck zusammen. Meine Mutter sah es kommen und rannte weg, aber genau dahin, wo der Lauselefant das Dreckbündel hinwarf! So bekam sie eine zünftige Drecksdusche, was wir alle sehr lustig fanden! Nachdem wir ihm (zur Belohnung) ein weiteres Bündel Stäbchen verfuttert hatten, gehen wir weiter durch einen kleinen Park voller Vögel, die wir wieder auf den Arm nehmen konnten, Pfauen, Rehe und sogar Stachelschweine! Dort kaufte ich mir im Souvenirshop ein Elefanten T-Shirt. Nachdem wir eine Treppe hochgestiegen waren, sahen wir sie endlich! Es war eine Gruppe von etwa fünf Elefanten die man reiten konnte, was wir aber nicht vorhatten. Wir machten etwas viel Besseres! Wir konnten sie so viel mit Stäbchen füttern und streicheln wie wir wollten, was wir uns natürlich nicht zweimal sagen liessen! Schon nur weil es so lustig aussah wie das Rüsselspitzchen so sorgfältig das dünne Stäbchen nahm. Weil es schon spät am Nachmittag war, stand jetzt Elefantenpflege auf dem Plan. Zuerst kam das Trinken und dafür steckte man dem Elefanten einfach einen Schlauch ins Maul. Als er dann genug hatte, war Duschen an der Reihe, was Neele und ich übernehmen durften!!! So stiegen wir ins Gehege und da stand ich also neben diesem riesigen Tier und duschte mit ihm! Und das für mehr als eine halbe Stunde, während ich mindestens so nass wurde wie der Elefantin. Das ganze war einfach unglaublich und unvergesslich! Doch schliesslich hatte die Elefantin dann fertig geduscht und wir mussten traurig Abschied nehmen! Nach einem Milkshake im Café trafen wir noch kurz die Eigentümerin des Zoos, die sehr nett war und uns die Geschichte des Elephant Parks erzählte.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Alles ist eine Frage der Perspektive!

 

 

 

 

Welcome Ceremony in Lombok Utara und Tauchen auf den Gili Inseln
12. September 2017

Am Tag darauf kamen wir in den Genuss der Welcome Ceremony. Wieder sind die Klänge der Musik, die Kleidung und die Traditionen anders! Die Farbkombinationen der traditionellen Kleidung bunt und leuchtend. Die Frauen trugen das Essen auf dem Kopf, mit bunten Plastikkörben abgedeckt und wir assen alle auf dem Boden und mit den Händen – wohlverstanden mit der rechten Hand.

Es gibt immer wieder spannendes zu kosten!

Die traditionellen «Sate» Spiesse

Die Klänge waren melodisch wie die Kleider farbig

 

 

Das Essen mit den Händen, speziell der Reis mit Sauce, war nicht einfach! 

Tauchen in Gili Trawangan
Das ganze, speziell für uns organisiere Spektakel war beizeiten wieder fertig, was uns ganz gelegen kam: Wir hatten nämlich einen Tauchtag auf Gili Trawangan gebucht! Zusammen mit zehn anderen Rallyteilnehmer wurden wir am Morgen mit dem Speedboot an unserem Ankerplatz abgeholt. Die drei flachen, fast runden Insel neben Lombok waren ganz auf den Tourismus ausgerichtet. Touristisch, – zum ersten Mal für uns in Indonesien!

Wir waren in Tonga vor mehr als einem Jahr zum letzten Mal tauchen, unser erster Tauchgang war dann auch gerade eine Herausforderung! Im Gegensatz zu unserem ruhigen Ankerplatz, waren die Gili Islands starken Strömungen und grossen Wellen ausgesetzt. Schon beim Anlanden fuhr unser Driver das Boot mit halsbrecherischer Geschwindigkeit über die Wellen an den Strand.
Zum ersten Mal wieder unter Wasser, trieb uns die Strömung fort! Zum Glück hatten wir beide unseren eigenen Tauchguide, der uns dann an den Händen nahm, damit wir nicht in ungewollte Gegenden geschwemmt wurden! Später liess dann die Strömung nach und wir konnten wieder mehr selber agieren. So war dann auch unser erster Tauchgang am ungemütlichsten und jeder weiter folgende mit Abstand besser! Korallen gab es nicht viele zu sehen um die Gili Islands, vor allem im Vergleich mit dem Tauchen im Komodo Nationalpark. Für Tauchinteressierte ein absolutes Muss und Paradies! Wir sahen viele der riesigen Wasserschildkröten. Beim dritten Tauchgang zogen wir über ein Wrack eines alten Pontoons mit grossem Fischreichtum.

Tauchen auf Gili Trawangan 

Das Tauchboot war eines der traditionellen Holzboote, mit denen sie direkt auf den Strand fahren können

 

Die kleine Insel wird mit Waren versorgt, alles wird per Boot gebracht und von Hand an Land getragen

Bintang – Bier

Auch hier fahren die kleinen Pferdewagen um die Insel

 

Gili Trawangan 

Wir befinden uns zum ersten Mal in Indonesien an einem Touristen Ort

 

Wind und Wellen und Speed auf der Rückfahrt 

 

Bali

 

Von Lombok nach Bali, 95nm
Hunderte «Wasserspinnen» und Anker Roulette
14. September 2017
Dies waren dann auch unsere Highlights in Lombok. Mit unseren drei Monaten in diesem riesigen und inselreichen Land bleiben oft nur ein paar Tage, um die Gegend kennenzulernen. Das Ziel war die berühmteste Insel des indonesischen Tourismus: Bali
Die zurücklegende Stecke war diesmal recht kurz und begann mit einem tollen Wind, der zwischen den Beiden Inseln durch den Kanal blies! Das eher seltene Ereignis – segeln in Indonesien – versetzte uns so in Freude und Lust, dass wir beschlossen den sicheren Ankerplatz am Anfang der Insel Bali sausen zu lassen und uns weiter treiben lassen wollten. Leider währte die Freude nicht lange und der Wind liess dann, sobald wir wieder in der Abdeckung der Insel waren, wieder nach. Doch anfangen heisst auch beenden und so tuckerten wir der balinesischen Küste entlang zu einem Ort, wo niemand wusste ob das Ankern möglich und gut ist. Viele der sogenannten «Fishtraps» oder auch «FADs» (fish attrac devise) passierten wir auf unserem Weg. Diese sind besonders auf Nachtrips gefährlich, weil sie oft nicht beleuchtet sind. An den Ufern mit den schwarzen Sandstränden Balis sahen wir hunderte von kleinen Auslegerbooten. Wir wunderten uns, für was diese vielen Boote, die ein wenig wie Wasserspinnen aussahen, gebraucht wurden. In der Nacht, an unserem schaukelndem Ankerplatz, bekamen wir die Antwort: Der Horizont und der Himmel war vor lauter kleinen Lichtern nicht mehr zu unterscheiden, sowohl auch das Festland und das Meer. Die Hunderte Auslegerboote waren wie uns gesagt wurde, auf Tintenfisch Jagt. Am nächsten Morgen, nach einer nicht ganz ruhigen aber trotzdem guten Nacht, war es dann nicht mehr weit bis Lovina in Nord Bali.

Der Blick auf die schöne Silhouette der Berge von Lombok am frühen Morgen bei unserer Abfahrt

 

Der Wind bläst wunderbar zwischen den beiden Inseln hindurch, in der Abdeckung der Inseln verschwand er leider wieder!

Der Ankerplatz stellte sich als annehmbar heraus und die Umgebung als hübsch!

Die Boot «Unwind» und «Chi» waren mit uns unterwegs 

Wir mussten auf die vielen FADs (Fish Attraction Devise) aufpassen


Diese kleinen Boote lagen überall auf dem Strand. In der Nacht war der Horizont übersät mit kleinen Lichtern dieser Boote, die auf Squid Fang waren (kleine Tintenfische). 


Bali – ein ganz anderes Indonesien
Lovina oder Kalibukbuk, Balis ruhiger Norden in Feststimmung und ich Sarong Paradies!

15. September 2017
Wir bekamen die Besonderheiten der balinesischen Kultur schon beim ersten Anlanden mit. Zu dieser Zeit fand gerade ein grosses Strand Festival in Lovina statt. Eine grosse Bühne und viele Stände und Strandbars mit lauter Musik trafen wir an. So konnten wir kleine Kinder in wunderschönen balinesischen Kostümen bewundern, die auch in der traditionellen Weise geschminkt waren. Auch die verschnörkelte Architektur der Hindus war überall anzutreffen. Kleine Opfergaben waren überall verteilt und man musste aufpassen, dass man nicht achtlos darauf trat! Natürlich war es auch ein grosser Menschenauflauf. Den ganzen Tag lang und besonders am Abend. Auf diese Weise kamen wir gerade rechtzeitig zum Fest in «Kalibukbuk», so heisst nämlich Lovina in der Sprache der Einheimischen! Lovina ist nichts anderes als eine Erfindung aus der Wortschöpfung «Love» und «Ina» was auf indonesisch etwas in der Art «Mutter Erde» bedeutet.
Der Ankerplatz war riesig und so viele Boote haben wir seit langer Zeit nicht mehr an einem einzigen Platz gesehen – es war fast schon wie in der Karibik.
Durch das Festival war viel los, doch es war ein Fest der Einheimischen von Lovina. Es sind weniger Touristen im eher ruhigeren Norden zu finden. So zogen wir am Abend dem Strand entlang, tranken die feinen Fruchtsäfte und assen für nur ein paar wenige Franken. Wir assen sage und schreibe zu viert am Strand mit jeweils einem Bier für 12chf, was einfach unglaublich ist. Indonesien ist oft sehr günstig. Ausser wenn wir halt manchmal beim Gemüsemarkt den Touristenpreis bezahlen!
Verheissungsvoll waren dann auch die vielen Shops, die mit den wunderschönen balinesischen, mit Batikmustern bedruckten Sarongs. Ich konnte mich kaum sattsehen an den schönen Farben und Mustern. Die Frauen in den Ständen waren aber ziemlich aufdringlich und man merkte, die Konkurrenz ist gross und sie wollen oder müssen unbedingt verkaufen. Das dämpfte die Freude am schmökern ziemlich. 

Lovina Bali – So viele Boote sahen wir schon lange nicht mehr an einem Ankerplatz!

 Verschnörkeltes Bali

Lovina Bali 

 

Es fand ein zweiwöchiges Festival in Lovina statt 

Überall befinden sich schöne Dekorationen.



Zwei mal mit dem Scooter über Land, eine faszinierende Berg und Talfahrt bis in grosse Höhen zum Vulkankrater
(noch vor der Evakuierung wegen Ausbruchgefahrs des «Gungung Agung»!)

16. September 2017
In Bali oder generell in Indonesien ist das Hauptverkehrsmittel die Scooter/Motorbikes. Es ist wirklich die beste, wenn auch wohl nicht die sicherste Art, sich fortzubewegen! Doch die Indonesier haben es im Griff und fahren selber nie mit Helm oder Schutzkleider.

Wir mieteten für einen halben Tag zwei Scooter und bekamen mal als erstes den Tip, zu den heissen Quellen zu fahren. Das stellte sich als ein recht touristischen Ort heraus aber war hübsch. Es gab verschiedene Becken und Kaskaden wo man im warmen, leicht schwefligen Wasser baden konnte.

Bald darauf aber stiegen wir wieder auf unsere «Pferde» und die Strasse führte uns auf immer einsameren Strassen in die Höhe. Es war unglaublich schön, die Landschaft auf diese erfrischende Art zu entdecken: Immer ein kühler Luftzug um sich zu haben und die Welt an sich vorbei ziehen zu lassen! Viele Eindrücke vom reellen Leben auf Bali schnappten wir auf diese Weise auf, viele Bilder zogen an uns vorbei, die der Kamera leider verweigert blieben doch nicht in unseren Köpfen! 

Auf der Höhe des Kraters des Vulkans «Gungung Batur», wo sich im Krater Seen gebildet haben und die fruchtbare Erde ringsum für den Ackerbau benutzt wird, machten wir eine Rast und genossen die Aussicht. Schon auf Google Earth sieht die Gegend interessant aus.

Der östlichere Vulkan auf Bali, der «Gungung Agung» war in der Zwischenzeit aktiv und die Menschen befürchten einen Ausbruch.

Am übernächsten Tag, nachdem wir einen Tagesausflug mit der Rally mitgemacht hatten, wiederholten wir den Motorbike Trip nochmals. Diesmal fuhren wie eine andere Route, aber endeten wieder auf der Höhe des Kraters mit dem Ausblick auf die Seen, von einem anderen Blickwinkel. Die Bremsen unseren Bikes waren über die starke Gefälle der Strassen nicht erfreut und überhitzten!

 

Die heiligen Heissen Quellen in den Hügeln von Bali

 

 

Das Wasser ist angenehm warm

 

Neele mit royaler Frisur

Überall sehen wir die drolligen Figuren der Hindu Götter mit den Opfergaben

 

 

Die Umgebung des Bades mit den tropischen Blumen

Es war toll, Bali mit dem Motorbike zu erkunden!

On Top!

Es ging steil bergauf und wieder bergab zu den Vulkanseen

Die Blauen Hortensien werden für Opfergaben gepflanzt, wir sehen viele Blumenfelder

Den Blick auf den Vulkansee

Wilde Engelstrompeten

Reis

Blick auf den Vulkansee

Kunstvoll angelegte Bewässerungsrinnen für den Reisanbau 

Die Bäuerin


Sudaij Village – ein Dorf stellt sich vor, kein Aufwand wird gescheut um uns die Region schmackhaft zu machen – und es gelingt, wir sind begeistert.

17. September 2017

 Der Ausflug war wieder von der Rally organisiert. Wir besuchten ein Dorf im Landesinnern, ca eine Stunde Autofahrt von Lovina entfernt. Auf einem grossen Platz versammelten wir uns alle und wurden begrüsst – die Männer bekamen einen edlen Kopfschmuck aufgesetzt und die Frauen eine Blume ins Haar. Es spielten zwei verschiedene Gruppen traditionelle balinesische Musik, die einen hatten einen farbigen Klang, so wie auch die Kleider in allen Farben aufscheinen. Die andere Gruppe wurde mehr vom unglaublich exaktem Rhythmus mit Tschinellen dominiert. Viele der Spieler waren junge Menschen. 

Auf dem Spaziergang durch das Dorf wurden wir Zeugen von den traditionellen, balinesischen Tanz lernenden Mädchen, hart arbeitenden Bauern auf dem Reisfeld und der Verarbeitung in der kleinen Fabrik, der Produktion der hölzernen Schreine der Hindukultur und vieles mehr. Es war ein unglaublich eindrücklicher Tag.

Wir durften uns dann zum Schluss in einer himmlisch schönen, gepflegten «Joga Oase» im Schatten erholen. Auf Bananenblätter, in einem geflochtenen Korbteller verzehrten wir ausserordentlich feine, würzige Speisen während golden geschmückte Mädchen für uns tanzten. 

 

 

Ochsenrennen – Musik – Tanz – und eine Tour durch das Sundaij Village. Wir danken den Organisatoren für den tollen Tag!

Beverley und Clarke sind feierlich geschmückt, so auch Kim

Unterhaltung mit unserem englischsprechenden Führer

Der Tempel im Sundaij Village

 

 

 

Es wird gerade gereinigt…

Die Reiskammer 

Überall schöne und wohl bedeutungsvolle Muster 

Die Mädchen lernen schon früh den traditionellen Tanz


In den Strassen des Sundaij Village 

 Sundaij Village – überall die verschnörkelte Hindu Architektur

Zwei junge Musiker vom Sundaij Village

 Indonesisches Stilleben

 Es werden viele, viele Stunden am Tag aufgewendet um die kunstvollen Flechtereien herzustellen, für die fünf mal täglichen Opfergaben

Hier wird Reis darin gekocht

Für die Flechtereien der Opfergaben werden Naturmaterialien, oftmals von der Palme, verwendet 

 Ein Teller mit Essen, ein Tee mit Bisquit – und Blumen. Eine der 5x täglichen Opfergabe

 Waschtag im Sundaij Village

 Er macht seine Wäsche selber..!

Neben Reis werden im Sundaij Village Durian Bäume gezüchtet, diese geben gutes Geld 

Eine Durian Frucht, die auch «Kotzfrucht» «Stinkfrucht» oder «Käsefrucht» genannt wird aber eine Delikatesse ist!

Der geschnittene Reis wird von Hand aus dem Stängel geschlagen – in der heissen und feuchten Hitze der Tropensonne

 Der grossflächig ausgebreitete Reis wird in der Sonne getrocknet

Der rohe Reis wird verarbeitet 


Hindu Architektur

 Die verschnörkelten Formen werden aus noch weichem Beton geschnitzt und muss innerhalb kurzer Zeit fertig gestellt werden

 Die lachenden Gesichter der «Löwen»

 Das ganze verdiente Geld geht in den Bau eines Tempels. Hier ist das Wohnhaus auch wie ein Tempel geschmückt.

 Heiliges und profanes treffen sich!

Zuerst hat jedes junge Paar ein kleiner Tempel wie diesen, später bauen sie sich dann einen grossen 

 Das Innendach des Tempels


 In der Holzwerkstatt wo die Tempel gefertigt werden

 Holzwerkstatt 

fertig für den Verkauf..

Für Lunch werden wir in einer wundervollen Eco Lodge willkommen geheissen – Joga Urlaub für die dies mögen!


Jeder Ort hat seine Tradition

Frische Opfergabe

Raymond T. Lesmana, unser Rally Agent

Bali wie man es aus dem Reiseprospekt kennt! 

  

Gala Dinner in Lovina und eine Tanzperformance mit Perfektion

18. September 2017

Es war wahrhaft ein unglaublicher Gewinn, diese Rally mitzumachen, die Einblicke in die Kultur und Traditionen die wir auf diese Weise mitbekamen waren einfach grossartig. Es wurde kein Aufwand gescheut für uns und alles getan, um uns die Region schmackhaft zu machen – was uns auch gar nicht schwerfällt, wir lieben Indonesien!

Am Abend wurden wir dann zum Gala Dinner geladen. Am Strand mit weissen Tischtüchern und einem grossen Buffet. Die Tanzaufführung die vorher auf der grossen Bühne stattgefunden hatte, war in der unglaublichstem Perfektion getanzt, die wir je gesehen hatten. Im balinesischen Tanz werden auch die Augen in die Choreografie eingebaut. So werden die Augen je nach dem aufgerissen und die beiden dunklen Iris wandern von einer Seite auf die andere welches dramatisch wirkt. Bali war mit seiner Kultur wirklich ein ganz anderes Indonesien!

 

Tanz in Perfektion – man beachte die Choreografie der Augen!

 

Die Reise nach Norden, von Bali nach Kalimantan (die indonesische Seite von Borneo) zu den Orang Utans ca. 370sm
19. September 2017

 Dann stand uns wieder eine längere Strecke bevor. Kumai, eine kleine Stadt am Sekonyer Fluss von wo aus man eine Tour zu den nur noch auf Borneo und Sumatra lebenden Orang Utans machen kann. Für viele ein Punkt auf der «Bucket List», der Liste der Dinge die man im Leben noch verwirklichen will! Wir waren da nicht so enthusiastisch. Zudem scheuten wir den langen Weg nach Nordwesten ohne Wind. Doch die Strecke bis zum übernächsten Rally Ankerplatz der Küste entlang war fast genauso weit, wenn wir über Kumai fahren, wäre es nur ca 40 Seemeilen weiter. Also setzten wir Kurs auf Kalimantan! 

 
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