34. Indonesien Süd Buru Molukken

Namrole auf Süd Buru, Molukken

 

Ankerplatz in Namrole, South Buru, Molukken

 

 

Die Kinder am Strand

 

Zu Besuch auf einer ursprünglichen Insel fast ohne Tourismus
5. bis 9. August 2017
Die Provinz «Süd Buru», auf der Insel «Buru», liegt auf einer Distanz von 200sm nordwestlich von Banda, wie der Name sagt, im Süden der Insel. Die Insel ist mit einer Fläche von 8500km2 recht gross, sie ist jedoch nur an der Küste bewohnt. Es gibt zwei grössere Siedlungen neben vielen kleineren Dörfern, eine im Norden und Namrole im Süden.

Unterwegs in Namrole, South Buru Molukken

 Typischer «Kiosk»

Begegnungen auf der Strasse

Foto Foto! Die Kinder sind unglaublich fröhlich und hübsch

 

Unsere Überfahrt dauerte zwei Nächte und ein Tag, es war eine eventfreie, gute Überfahrt auf der Kim und ich aussergewöhnlich viel Schlaf bekamen, weil nämlich Lenja und Neele beide eine Nachtwach Schicht übernahmen! Wir erreichten unser Ziel am Morgen und es waren bereits einige der Rallyboote vor Anker. Es gab einen langen Pier wo die Frachtschiffe andockten und war nicht ganz schwellfrei, doch wir fanden einen guten Spot für die paar Tage.

Schon am Ankunftstag gab es Programm: Unterdessen, nach den vier Tagen wissen wir kaum noch wo uns der Kopf steht vor lauter Eindrücken! Doch der Reihe nach: Bei unserem ersten Anlanden an dem kleinen Strand wo die Fischer ihre Boote und Hütten haben, wurden wir von einer Heerschar von Kindern mit «Hallo Mister» begrüsst, die uns halfen das Dinghy an Land zu tragen. Wir kamen über einen für uns ganz neu gezimmerten Holzsteg auf einen grossen Platz der mit Partyzelten bestückt war. Es waren viele Dorfbewohner auf dem Platz um die «Ausländer» zu begrüssen und zu sehen. Und somit  ging es auch schon los mit den «Selfies»: Alle wollten vorallem mit Lenja und Neele ein Foto machen. Zu diesem Zeitpunkt war dies noch in einem Verhältnis das wir gut und gerne akzeptierten. Später nahm dann der «Selfie Wahn» so stark zu, dass wir uns exakt vorstellen konnten, wie es sich für berühmte Filmstars anfühlen musste – es war kurios! 

Nach den ersten Begrüssungen und nachdem wir das Programm für die kommenden vier Tage bekommen hatten, machten wir uns auf für einen Spaziergang durch Namrole. Holz und Blechhütten lagen neben proper gebauten Häusern, viel Abfall lag auf den Wegen herum doch die Stimmung war fröhlich. Wir stoppten beim Supermarkt, in welchem wir es genossen, umherzustöbern was es alles zu entdecken gibt. Alles ist ja indonesisch angeschrieben! Frisches Gemüse findet man nicht, das verkaufen die Leute an Ständen vor ihren Häusern. Am Nachmittag gab es dann unter strömendem Regen eine Tanzaufführung und immer viele Reden auf indonesisch! Ein kleines Highlight war, wie wir später herausfanden, einen Probelauf der Kinder der Polizeischule, die im Schritt marschierten, im Flip Flops und T-Shirt, unter strömendem Regen.  Die Kinder machten dies ganz präzise und exakt doch es war einfach zu herrlich zu sehen, wie die Pfützen dabei nur so spritzten! Diese Aufführung bekamen wir dann später noch in korrekter Uniform und bei Sonnenschein zu sehen! Weil es regnete, versammelten sich alle, Einheimischen und die Segler unter den grossen Dach wo die Bestuhlung war. Ein paar von uns Seglern starteten  damit, mit den Kindern zu spielen. Neele zeigte den Kindern den «Daumen Boxkampf» und Katja von dem Boot Runaway zeigte ihnen Pfadispiele. Die Kinder hatten dermassen Spass und saugten alles auf, es war eine Freude.

Namrole

 

Wir schlossen die Menschen von Namrole in unsere Herzen!

 

Ein langer Tag – am Morgen im Dorf «Waefusi» zu Besuch

Am nächsten Morgen wurden wir mit Bussen in das westlich von Namrole gelegene Dorf Waefusi gefahren. Das Dorf liegt an einem Fluss und ist schön gelegen. Es wurde für uns an einem schönen Platz unter Bäumen, zwischen Strand und Flussufer,  eine in Bambusrohr gekochte Mahlzeit auf dem Boden ausgelegt. Nachdem der Dorf Chief das Buffet eröffnet hatte, durften wir auch essen. Es hat wunderbar geschmeckt! Nachdem Kim, Lenja und ich die letzten Plätze im Bus verpasst hatten (Neele hatte noch einen ergattern können), kamen wir drei dann noch in den Genuss einer vom Dorf Chief selber angeführte Dorfbesichtigung. Er zeigte uns natürlich das, worauf er besonders stolz war, und das war eine kleine Fischzucht. Als es dann auch wieder zu regnen anfing, versammelten wir uns alle in dem Haus wo sich die Gemeinde trifft. Wir hatten verbale Unterstützung von zwei Führern, die uns halfen mit den Leuten zu reden. Dabei lernten wir auch Sandra kennen, die an der Schule Deutsch unterrichtet und, wenn auch nicht ganz so gut, spricht. Aber faszinierend ist es allemal. Wir versprachen ihr, am nächsten Tag ein Deutschbuch mitzubringen. Es war natürlich ein besonderes Erlebnis, da wir nun nur zu dritt waren!

Aber das Programm war noch nicht zu Ende: Wir wurden wieder nach Namrole zurück chauffiert wo schon eine weitere traditionelle Tanzaufführung begonnen hatte. Mit immer wieder langen Pausen und Reden verging die Zeit. Dann marschierten nochmals die Kinder der Polizeischule, diesmal in Uniform, und machten es wieder fantastisch. Ein bisschen erleichtert war ich, als die uniformierten Kinder anfingen den «Tobelo Dance», den im ganzen Land bekannten Tanz zu einem Popsong, zu tanzen. Dies löste die ein wenig komisch anmutend militärische Strenge, unter der die Kinder erschienen, wieder auf.

 

Die Kinder vom Dorf «Waefusi»

Es wird für uns ein Essen zubereitet!

Die Zubereitung erfolgte in Bambusrohren, diverse Wurzelgemüse und «Spinat» – alles war sehr lecker!

Waefusi ist an einem Fluss gelegen

Und am Meer

Eines der typischen Bambusflosse in Waefusi

Waefusi!

Kim mit dem Dorfchef von Waefusi

Es wird gespielt

Es wird uns die Fischzucht gezeigt

Zur Zeit weilen Mudcrabs darin…

Und ein Kugelfisch!

Unsere beiden Guide

Beim Abschied von Waefusi 

 

 

Mittagspause mit Aufführung

Die Kinder der perfekt marschierenden Polizeischule

Ein Spass!

Dieses lustige Tierchen heisst hier «Couscous»

Am Nachmittag zu Besuch bei einem weiteren Dorf auf Buru Island

Die Tänze waren nur eine Zwischenunterhaltung. Es war am Nachmittag um 14 Uhr als die Busse uns wieder abholten und uns, diesmal in die andere Richtung, zu einem weiteren Dorf chauffierten. In dem Dorf sollte einen Kokospalme-Kletter Wettbewerb geben. Wir befürchteten schon, dass wir auf die riesig hohen Bäume klettern sollten! 

Wir erreichten einen Palmen bewachsenen Küstenstreifen mit Kiesgrund, was sehr sauber und schön aussah. Das Dorf lag auf der gegenüberliegenden Seite der Strasse. Wieder war alles dekorierte und nigelnagelneue Strandliegen für uns hergebracht. Die Frauen vom Dorf warteten wieder mit Speisen auf, diesmal gab es auch Süssigkeiten. Wir probierten von den Sachen aber waren immer noch voll von dem Essen in Waefusi! 

Die Palmenkletterer waren unglaublich! In Windeseile kletterten die Indonesier hoch und liessen sich danach so schnell sie konnten wieder herunter gleiten. Uff, das muss wohl an Händen, Füssen und Beinen gebrannt haben! Frauen und Männer zeigten wieder ihre Tänze. 

Der Strand des schön gelegenen Desa Village

Die Frauen des Dorfes haben Süssigkeiten für uns zubereitet 

Tanz beim Desa Village, South Buru

Wer ist der schnellste Palmenkletterer?!

 

Nicht genug – fünf Leute feiern mit einem ganzen Dorf eine Party!

Am selben Abend sollte es um sieben Uhr nochmals Musik und Tanz geben. Doch, so wie es schien, blieben die meisten auf ihren Booten und die Musik blieb still. Ausser die Crew von Surfari, Our Reflection und meine Wenigkeit, hatten noch Lust an Land nachzuschauen zu gehen. Wie erwartet war nichts mehr los. Wir sassen unter dem «Bintang» Bierzelt und tranken noch ein Bier. Immer wieder fragten wir die Leute zum Spass, wo die Musik bliebe? Auf einmal trafen wir auf den Richtigen, nämlich den der mit seinem IPad zugriff zu der grossen Musik Box hatte! Und dann ging es los! Wir fünf begannen zu tanzen und wurden immer dichter umringt! Natürlich war das nicht unsere Absicht, wir wollten gemeinsam tanzen! Schlussendlich endete es so, dass alle von uns immer wieder jemanden zum tanzen holten, es waren vor allem viele Kinder und Jugendliche da – es war ein Riesenspass! Fünf Nasen rockten die Party! Die Leute von dem Bierstand, der wohl auch Sponsor für das Ganze war, nahm dann die Gelegenheit war und startete auf der Bühne noch einen «Tobelo Dance» Wettbewerb, wo gleichzeitig drei Leute in einem riesigen T-shirt steckten. Wir waren wieder entlastet und tranken dann noch ein Letztes auf den lustigen Abend!

 

Bambus Floss Rennen im Fluss
7. August 2017
Um neun Uhr Morgens war wieder Abfahrtstermin. Bei diesen Tagesprogrammen kommen wir gar nicht mehr zum Schularbeiten machen! 

Die Fahrt ging dem Meer entlang wieder in Richtung Westen, wo wir am Morgen den Tag zuvor waren. Doch diesmal fuhren wir ein Stück weiter den Fluss hinauf, wo es ein weiteres Dorf lag. Abgelegen wie das Dorf war, erschien uns, dass die Menschen hier recht arm waren und harte Arbeiter. Mit ihren Kopftüchern und den Buschmessern sahen sie Piraten gleich! Die Leute hatten alle, auch schon die Kinder, faule Zähne. Aber nichts ging ihrer Freundlichkeit ab, wohl aber waren sie, vor allem die Männer, sehr scheu.

Die Männer des Dorfes machten sich dann bereit für das Bambus Floss Rennen und stachen sich mit langen Bambusrohren am Grund ab und Flussaufwärts, zur Startlinie. Der Fluss war auch in der Mitte nicht sehr tief, und konnte immer noch mit den Stäben erreicht werden. In mehreren Durchlaufen mit lautem Anfeuern gab es dann einen Sieger. Diese Bambus Flosse dienten aber normalerweise als Transportmittel, um Waren Flussaufwärts ober Abwärts zu transportieren. Schliesslich durften wir die Flosse auch ausprobieren. Das Balancieren war gar nicht so einfach auf dem runden Bambus aber ein bisschen wie beim Standup Paddleboard! Es war ein Spass und das Wasser wunderbar erfrischend kühles Bergwasser.

Den Nachmittag verbrachten wir netterweise mal wieder auf dem Boot und hatten sogar Zeit zum den kleinen Strand bei unserem Ankerplatz beim Schnorcheln auszukundschaften. Am Abend gab es wieder Programm. Diesmal sollte es eine Vorführung von traditionellen Hochzeitskleider der Region geben. Aber wir hatten Hunger und so führte uns Sandra durchs Dorf, wo wir an diversen Strassenständen feine frittierte Knabbereien kauften und danach noch in einem Restaurant die leckeren, auf dem Holzfeuer gebratenen «Saté-Ayam» (Pouletspiesschen mit Erdnusssauce) assen. Bei der Aufführung war diesmal das ganze Dorf/Stadt Namrole zugegen!

Riverrafting in Indonesien

Die Flosse werden zum Transportieren von Gütern und Menschen gebraucht

Fast wie auf dem Standup Paddleboard

Die Kinder führten einen Tanz auf der eine spezielle Geschichte erzählt!

Die Menschen von Flussdorf, South Buru

 

Das Verrückteste was wir je erlebt haben – wir werden bejubelt und begrüsst wie Filmstars!
8. August 2017
Besammlung um Neun Uhr morgens. Wir wissen dass wir zu einer Insel fahren. Wir wissen nicht, dass ein ganzes Dorf auf uns wartet, das noch nie Fremde zu besuch hatten!

Nach einer Stunde holperiger Autofahrt, über vom Regenwasser weggeschwemmte Strassen die einem das Blut in den Adern gefrieren liess, erreichten wir das Dorf «Oki».

Was dann passierte war unglaublich! Wir stiegen aus den Bussen aus und wurden umringt von jubelnden Menschen. Die Menschen standen am Strassenrand und wir wurden wie an einem Umzug, angeführt durch Trommler und Tänzer, durch die Strasse geführt. Wir wurden umringt, alle paar Schritte Fotografiert und begrüsst. Ein Riesen Spektakel. Fragt nicht, ob es uns dabei wohl war!

Wir durften uns dann danach wieder setzen um den Tänzen der jungen Frauen und Männern zuzuschauen. Was hier besonders war, waren die roten Münder und Zähne der Betelnuss kauenden Frauen und Männer. Diese machten sich dann besonders laut bemerkbar! 

Als wir dann dem Dorf unsere Almosen gegeben hatten, durften wir uns an diversen Buffets mit Essen bedienen. Es war so viel aufgetischt! Und es war lecker. Während wir danach später auf der Oki Insel weilten, speiste das ganze Dorf zusammen am Strand und hatten so ihr eigenes Fest.

Das Dorf lag übrigens auch wieder an der Küste an einem Strand mit viel Schwemmholz, das die Menschen zum Feuern sammelten. Das Meer war recht wild und hatte über einer Sandbank nahe des Ufers brechende Wellen. Wie fast in jedem Dorf das wir besucht hatten, gab es auch hier wieder ein Rennen. Diesmal ein Kanurennen das zur nahegelegenen Oki Island führte. Die Männer paddelten wild in den kleinen Holzkanus über die Wellen. Ein paar kenterten und mussten wieder zurückkommen.

Für uns lag dann später noch ein vergleichbares Abenteuer vor uns: Wir wurden in den traditionellen, langen Fischerbooten zur Insel gefahren. Die Boote waren sehr unstabil und wackelig und sehr tief gelegen, aber hauptsächlich wurden wir bei der Überfahrt pitschnass!

Sie fuhren uns zu der Insel mit einem kleinen Sandstrand wo wir dann auch schnorcheln konnten. Der beste Moment war aber für mich, als einer der Einheimischen ein Feuer machte und anfing, all den herumliegenden Plastik zu verbrennen. Wir halfen kräftig mit und der kleine Strand war bald darauf wieder vom Plastik befreit. Dies ist aber leider keine Tradition in den von uns besuchten Gegenden, er wird nicht verbrannt. Der Plastik ist ein Riesenproblem und liegt überall dicht herum. Falls Plastik im Abfallbehälter gesammelt wird, wird dieser in der Natur irgendwo in einem Tal entsorgt, wo er dann hunderte von Jahren bleibt.

Die Schüler des Oki Village

Oki Village, Versammlung

Das Ganze Dorf ist versammelt!

Im Hintergrund sieht man die Oki Island, alle sind auf dem Weg zum Strand um das Kanurennen zu sehen!

Bereit für über die Wellen zu kommen!

Nun ist es an uns, mit einem bisschen grösseren Kanu!

Wir fahren zur Oki Island und werden dabei pitschnass!

Und nun fahren sie wieder weg!

 

Der Abend mit Gala Dinner und unsere Abfahrt von Namrole, South Buru
8. August 2017
An diesem Abend wurden wir nochmals von der Gemeinde Namrole zu einem Essen eingeladen. Es war sozusagen der Abschied für viele von uns. Das Essen war wieder wunderbar gut aber ehrlich gesagt, waren wir alle von diesen intensiven Tagen hundemüde. Als dann bei einer der langen Reden auf indonesisch plötzlich der Strom ausging und lange nicht wieder kam, schlichen die meisten von uns um 10 Uhr nachts im Dunkeln Richtung unseren Dinghys. Glücklicherweise konnten wir unseren Führern, die uns diese Tage begleiteten, noch Adieu und Merci sagen! Die meisten von uns planten noch in der selben Nacht ihren Anker für den Trip Richtung Westen, zu dem 225sm entfernten North Buton, zu lichten. So auch wir!

Namrole, South Buru Molukken, wir verbrachten ein paar unvergessliche Tage! Danke allen Organisatoren!

 

 

 

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