30. Australien nordwärts

Doch noch einmal einen Tag in Sydney und die Reise geht langsam weiter, vorerst in den bekannten Gefilden
15. Februar 2017
Unser letzter Plan mit Herby in Sydney war, zum «Paddys Market» zu gehen. Doch dieser riesige Touristenmarkt mit hunderten von Ständen war an diesem Tag geschlossen. Wir wollten da, halt ohne Herby, nochmals hin um einen Blick auf die Stände zu werfen. In den Wirrungen der bunten Souvenir-Ständen hörten wir dann plötzlich schweizerdeutsche Stimmen. Wir trafen die Schweizer Familie mit ihren drei Kindern und begannen ein Gespräch. Die Familie war am Ende ihrer zweimonatigen Australienreise und sie erzählten uns begeistert von ihrer Tour in die Wüste, zum berühmten Felsen Uluru. Danach nahmen auch wir Abschied von Sydney, nochmals vorbei an der Bar, die auf dem Nachhauseweg war, aber diesmal ohne noch ein Bier zu trinken! Herby fehlte.
Wir fuhren bewusst zum letzten Mal unter der Harbour Bridge durch, auf dem Weg zu «Middle Harbour», dem kleineren und nördlichen Arm im Sydney Fjord. Da wollten wir die «Spit Brücke» durchfahren und den Fjord-Arm hinauf. Da drinnen war viel Natur Pur, was uns sehr gefiel und auch interessant war, so nahe an der Stadt. Wir ankerten am Ende eines Seitenarms wo auf der gegenüberliegenden Seite das ehemalige Munitionslager von Sydney war. Wir lasen, dass es mal in der Vergangenheit einen Unfall gegeben haben musste, als das Lager noch in der Innenstadt war. Aus dem Grund wurde die Munition später dann hier gelagert. Die Gebäude standen alle noch, doch es war verboten anzulanden und an Land zu gehen.
Nach zwei Nächten an dem ruhigen Ort mitten in der Grossstadt, fuhren wir ein Stück zurück um allenfalls einen Bootsladen zu finden. Aber da war nichts zu machen mit ankern oder festmachen – wieder waren die Buchten überfüllt mit Booten. Zudem fing es mächtig an zu blasen und der Himmel wurde schwarz. Bevor es so richtig mit dem Gewitter losging, waren wir schon wieder in unserer vorherigen ruhigen Ecke im Naturschutzgebiet.

Paddys Market

Zum letzten Mal unter der Sydney Harbour Bridge..

An einem ruhigen Fleck während des Gewitters

 

Nochmals ein Stopp im Pittwater, als Sprungbrett zum Weg in den Lake Macquarie
18. Februar 2017
Wie die Gewitterlage schon angezeigt hatte, waren wir wieder in einem Tief. Also ein guter Zeitpunkt um nordwärts zu kommen. Ein kurzer Halt in Pittwater um unseren Seglerfreunden Paddy und Carolyn Adjeu zu sagen, war geplant. Die kurze vierstündige Überfahrt ins Pittwater erlebten wir noch mit gutem Wind und trockenem Himmel, welches aber bei der Ankunft änderte und unser Treffen mit den Freunden verunmöglichte. Wieder gab es Gewitter und wir Bootsleute wollen bei diesem Wetter einfach nicht das Boot alleine lassen…. Verständlich. Der nächste Tag war für die Reise zum Lake Macquarie reserviert, danach würde der Südwind wieder eingeschlafen sein, also sagten wir unserer Reisebegegnung per Telefon Adjeu.

 

Die spannende Einfahrt in den Lake Macquarie
19. Februar 2017
Vor vier Uhr kamen wir am nächsten Tag, nach einer mehr oder weniger ereignislosen Fahrt vor der Einfahrt in den Lake Macquarie an und riefen zur Sicherheit die «Maritime Security» über Funk, um die Bedingungen zur Einfahrt über die Sandbar zu erfragen. Die Bedingungen seien gut und sie werde für uns auch eine Brückenöffnung um 16.00h reservieren. Alles klar! Später rief die Security Dame dann nochmals an, um uns zu fragen, ob wir eventuell ein Geleit von der Maritime Security in den See haben möchten, diese Passage könne allenfalls ein wenig knifflig sein. Da sagten wir nicht nein, wir wussten dass die Durchfahrt schwierig sein könnte obwohl eigentlich hatten wir keine Bedenken… Nach dem Passieren der Brücke wartete die Marine Rescue bereits auf uns. Wir mussten ihnen versprechen, dass wir ihnen auch wirklich folgen werden, und nicht die normale markierte Route nehmen… Na klar machen wir das. Nicht gerade langsam folgten wir unseren Führer durch tieferes und immer wieder extrem seichtes Wasser! Also ein zwei Mal wären wir trotzdem beinahe aufgelaufen. Es war wohl wirklich nur noch «eine Handbreit Wasser unter dem Kiel!». (Was aber im Sand aber auch nicht allzu wild gewesen wäre). Nun, wir waren froh, das durchs Wasser zirkeln hinter uns zu haben und wir uns von nun an auf dem ganzen See, der riesig ist und der grösste Salzsee in Australien, ohne Sorgen um die Tiefe, bewegen konnten. Unsere erste Nacht verbrachten wir in Wangi Wangi, einem netten kleinen Ort mit Post, Bar, kleinem Supermarkt und einigen weiteren kleinen Geschäften. Sympathisch.

Die Einfahrt in den See

Geleit in den See durch die Marine Rescue – auf der Suche nach genug tiefem Wasser


Verwöhnt von stillen Nächten ohne Wellen und die nächsten paar Tage auf dem Lake Macquarie

20. Februar 2017
Der riesig grosse See bot viele Möglichkeiten um zu ankern doch mit der Zeit erschien uns auch vieles wieder sehr ähnlich. Es gab Ankerplätze vor Siedlungen, die teilweise so verschlafen waren, dass man durch den Tag keine Menschen entdecken konnte. Dann wieder belebtere Orte und manchmal waren wir von Natur umgeben. Was überall vorhanden war, war die Stille in der Nacht vor Anker und das wellenlose Segeln, welches besonders seinen Reiz hat!
Eine nette Begegnung von einem australischen Seglerpaar, das auch auf dem Weg nordwärts ist, gehörte zu unseren schönen Erlebnissen. Im Lake Macquarie gibt es viele Boote, aber nicht so viele Besucherboote, so war es schön, wieder mal Gespräche unter Fahrtenseglern zu führen! Wir freuten uns auch wieder auf klares Wasser und Schwimmen. Das Thema Haie ist in aller Munde. Wir hätten uns aber gut vorstellen können das der Lake Macquarie Hai frei sein könnte, da er so eine schmale Durchfahrt hat. Aber das Gegenteil ist der Fall: Die Haie kommen in den See und finden nicht mehr heraus. Zudem wurde im See die Berufsfischerei verboten und so steigt die Population zunehmend. Für uns nicht ortsansässige war es somit schwierig zu entscheiden, ob es nun gefährlich war zu schwimmen oder nicht. Wir ankerten an den schönsten, einsamen Plätzen und sehnsüchtig war unser Blick am nahen Ufer. Wie toll wäre es nun, hineinzuspringen und zum Ufer zu schwimmen um ein wenig auszukundschaften. Aber es war einfach kein gutes Gefühl, mit dem Wissen, dass da Bullenhaie umherschwimmen.

Interessanter Hardwarestore in Wangi Wangi

Warnersbay am Abend



Warnersbay Lake Macquarie


Nords Wharf

Wangi Wangi

Das Dauerbrenner Thema seit wir in Australien weilen – Haie! Und ein windarmer Trip nach Newcastle
21. Februar 2017 
Wir waren ja auf unserer Reise durch die Südsee schon mehrmals Haien beim Schnorcheln begegnet. Darunter auch ein paar grössere Exemplare. Es war immer klar, dass es zum Beispiel beim Speerfischen sehr gefährlich werden. Seit wir in Australien weilen, hat sich das Thema, wohl zu Recht, verstärkt. Es gibt an der Ostküste, speziell auf der Höhe von Ballina/Yamba viele Haiattaken. Wir bekamen aber auch Geschichten vom Sydney Harbour zu Ohren. Der Unterschied liegt bei den Hai Arten, die hier seit vielen Millionen Jahren umherschwimmen, während wir in der Südsee oftmals kleineren Riffhaien begegnet waren, gibt es hier vermehrt die grösseren und gefährlichen Haiarten wie zum Beispiel der Weisse Hai, der Tigerhai und der Bullenhai. So bleibt dieses Thema bei uns immer im Hinterkopf. Aber schlussendlich wollen wir uns nicht zu sehr von Ängsten und Befürchtungen leiten lassen – doch werden wir uns an unseren gesunden Menschenverstand halten! Und wir liessen das Baden im Lake Macquarie…
Es galt in den nächsten Tagen die Ausfahrt aus dem Lake Macquarie zu planen. Diesmal wollten wir auf Nummer sicher gehen und mehr als eine Handbreit Wasser unter dem Kiel haben. Die Lage war gut, es lag Springzeit vor uns und somit mehr Wasser als beim normalen Hochwasser. Die Ausfahrt gelang dann auch bei durchzogenem, regnerischen Wetter sehr gut. Auch die Durchfahrt wieder unter der Brücke durch und über die Sandbar ins offene Meer….
Draussen war es ruhig, zu ruhig was den Wind anbelangte, hingegen gab es grossen Schwell und den kurzen Trip nach Newcastle mussten wir mit Motorunterstützung hinter uns lassen.

Newcastle, die zweitgrösste Stadt in New South Wales, die Stadt der tollen Meerbäder
27. Februar 2017
Vier Nächte genossen wir das feudale Leben in der Marina. Die erste Nacht in Newcastle verbrachten wir im Fluss am Anker, wo wir uns durch den Gezeitenwechsel jeweils um 180 Grad drehten. Windig war es auch und der Schlaf somit ein wenig unruhig. Umso mehr freuten wir uns über das Anlanden in der Marina, jederzeit an Land gehen, Joggen gehen, Waschmaschine und Duschen sind einige der Vorteile! Länger als geplant verbrachten wir dann dort und hatten nach den Tagen vielen Umherlaufens, ein gutes Bild von Newcastle bekommen. Newcastle entpuppte sich für uns als spannende Stadt mit einem tollen Gratis Museum (Newcastle Museum) wo wir einiges über die Vergangenheit der Industriestadt erfahren konnten. In Newcastle wird immer noch viel Kohle abgebaut, welche von hier aus vor allem nach Asien verschifft wird. Früher waren grosse Eisenwerke ansässig. Im grossen Hafen ist viel los, Schlepper führen die grossen Frachter im Fluss ins offene Meer. Das konnte man gut vom Hügel aus beobachten, wo das Fort Scratchley die Verteidigungsanlage die zum Schutz gegen die Russen (die niemals kamen) gebaut wurde. Wir erwischten für unsere Expeditionen wunderschöne Tage mit grandiosen Wolkengebilden, Sonnenschein und ab und zu einem Regenguss. Die Meerbäder aus dem 19. Jh. gab es immer noch und boten einen guten Schutz für ein ruhiges Bad neben den an die Küste preschenden Wellen. Weiter der südlichen Küste entlang gab es noch weitere alte Meerbäder: Das Eine war von Sträflingen während Australiens Anfangszeit, aus einer flachen Felsplatte an einer Steilküste herausgeschlagen worden. Die Geschichte war die, das Gouverneur Macquaries Frau krank war und jeden Tag schwimmen musste. Das Bad wurde speziell für sie gebaut und sie wurde täglich dort hinunter gebracht. Dieses Bad war während mehreren Jahren wegen Einsturzgefahr gesperrt worden und nun saniert wieder zugänglich gemacht worden. Somit war es ein Glück, dass wir diesen speziellen Ort geniessen konnten, wo die Wellen heftig und weiss schäumend über die Klippen hoch in das grüne, tiefe Wasser spritzte!

Die Einfahrt in Newcastle



 

Ocean Bath in Newcastle



Das in der Vergangenheit von Gefangenen für die «Lady Macquarie» gebaute Ocean Bath



Newcastle 

Bahnhof ohne Geleise in Newcastle 




Im Newcastle Museum

Fort Scratchley


Aussicht von Fort Scratchley 

  

Port Stephens, nur einen Katzensprung
2. März 2017
Seit einigen Wochen nun spielt das Wetter in der Region verrückt. Es ist extrem wechselhaft. Regen, Sonne, grauer Himmel oder gigantische Wolkengebilde. Alles in allem ist es eher kühl, wir brauchen in der Nacht wieder Decken, wobei es aber auch schnell extrem heiss werden kann, wenn der Himmel frei ist. Auch der Wind ist wechselhaft, ausser seit den letzten zwei Wochen. Da blies dieser nämlich tagelang zuerst aus Südwest und dann aus Südost. Wenn wir auf diesen Wind aufgestiegen wären, wären wir nun mindestens in Brisbane! Aber an unserem Reisetag war noch Schwachwind und unser Ziel war Port Stephens. Port Stephens ist eine breite Naturbucht in der Delfine heimisch sind und während der Saison auch von Walen aufgesucht wird. Im Gegensatz zu Newcastle gibt es keinen Industriehafen und das Wasser war das klarste seit langem. Die Einfahrt in die breite aber an vielen Stellen seichte Bucht ist recht schmal. Links und rechts sind viele Sandbänke. Wir machten uns in der Nelson Bay an einer Mooringboje fest. Unterdessen war nämlich ein grosser Regenguss auf uns hernieder gegangen – gerade als wir auf dem Weg durch die schmale Passage waren. Die Bojen lagen ganz nahe am Sandstrand, was uns sehr gefiel.
Auch am Tag danach war Regenwetter. So dass wir die Zeit nutzten, wieder mal ein grösseres Schulprojekt zu starten: Unser Wissen über die Vergangenheit mit kurzen Stichworten auf mehreren Blättern zusammenzufassen. Angefangen von der Entstehung der Erde, den Dinosauriern, bis über die Römer und Griechen, zum Mittelalter und ins Neuzeitalter… Ein grosses Projekt, dass den Kindern helfen sollte, einen groben Überblick über die Geschichte zu bekommen und weiteres Wissen einsortieren zu können. Es gab viel nachzulesen, zu schreiben und zu malen… Die drei Regentage waren perfekt dafür.
Am vierten Tag wollten wir uns langsam wieder von dieser Mooring lösen und noch weitere Orte im Bay erkunden. Doch Kims Kontrollblick in den Motorenraum liess die Pläne ändern.
Unsere Bucht war bei dem immer noch starken Wind ungemütlich und schaukelig. Seekrankheit an der Boje kennen wir normalerweise nicht, doch war es fast soweit gekommen, also eigentlich schon lange Zeit um einen geschützteren Ort aufzusuchen. Doch wie gesagt, war im Motorraum die ganze Isolation von der Decke gekommen. Wohl aus Altersschwäche. Im Ort gab es einen Steg, wo man gratis festmachen konnte. Dieser Platz war aber von zwei kleinen Segelbooten so unvorteilhaft ausgenutzt worden, dass für uns kein Platz mehr war. Während Kim auf der Suche nach einer grossen Büchse Kontaktkleber und/oder neue Isolation war, organisierte er für uns auch gerade noch einen Platz am Gratissteg. Der Schiffsbesitzer des einen Segelschiffes war uns dann auch nett behilflich mit dem Anlegemanöver – bei 35 Knoten böigen Windes! Wohl verstanden gab es hinter uns in unmittelbarer Nähe den Strand und rechts davon die Steinmauer. Aber alles ging gut – haben wir doch unterdessen ein gutes Team. Und so erlebten wir nochmals zwei Tage in der «Gratis-Marina», wo wir dann in Ruhe unsere Isolation wieder hinauf kleben konnten und auch das Geschichts-Projekt fortgesetzt werden konnte.

Willkommensgruss in Port Stephens bei der Einfahrt in die Bay

Die Bojenplätz

«Gratis» Marina in Port Stephens

 

Die Ausfahrt aus der Bay, Port Stephens

 

Ein hart erkämpfter Sprung nach Norden
8. März 2017
Am nächsten Morgen lösten wir bei wenig Wind und Hochwasser die Leinen von unserem netten Gratis-Hafenplatz. Es hat uns gefallen da. Hinter der Marina lag gerade das Städtchen «Nelson Bay»/«Corlette», mit den Läden und Restaurants. Die Pizzas beim Italiener waren auch wirklich wo gut wie in Italien, nur auf einem hohen Ständer serviert!
Es dauerte zwei Tage bis wir Port Stephens schlussendlich verlassen konnten: Durch das Tief der letzten Tage hatten sich hohe Wellen gebildet. Wir nahmen am Morgen mal einen ersten Augenschein, wie die Situation am Eingang der Bay war. Es war unmöglich aus der Bay hinauszufahren, zu gross die Gefahr durch die brechenden Wellen. Auf eine Art waren wir sogar ein bisschen froh, Port Stephens war eine grosse schöne Bucht und es gab eigentlich noch viel zu entdecken! Wir entschieden mal sicher noch eine Nacht an einem neuen Ort zu ankern. Entweder wollten wir in einem schmalen Kanal, der Lemontree-Passage bei einer kleinen Siedlung ankern oder die ruhige Variante in der Fame Cove, einer Naturbucht. Wir entschieden uns für die ruhige Variante und eine Nacht ohne auch nur die kleinste Schiffsbewegung, ist immer angenehm!
Am nächsten Morgen wagten wir nochmals einen Versuch aus der Bucht herauszufahren. Aber noch immer tosten hohe Wellen gegen die Felsen und brachen auf der ganzen Länge der Durchfahrt. Also wieder retour, diesmal weniger weit, nur an eine Mooringboje in der Shoal bay, wir sahen immer noch eine Chance am Nachmittag bei Niedrigwasser allenfalls weniger Wellen anzutreffen. Und so war es dann auch, die Ausfahrt lag mit ruhigem Wasser vor uns.
Wir waren um 14.00h aus der Bucht raus. Leicht nördlich von Port Stephens gibt es die Broughton Island, ein Naturschutzreservat mit Ankerplätzen auf der Süd- und Nordseite, je nach Windbedingungen. Es hätte uns gereizt, die Nacht am Anker vor der Insel zu verbringen, aber wir konnten uns auch vorstellen dass das Meer da draussen immer noch zu aufgewühlt war und die Wellen auch in die geschützten Buchten hereinströmen. Es war ein Versuch wert. Kurz legten wir dann auch an die vorhandene Mooringboje an und beobachteten das Geschehen um uns herum. Lustigerweise war die Boje direkt neben einem Riff gesetzt, das nun wild von Wellen überschäumt wurde. Kein guter Anblick. Das Wetter kam auch dunkel und windig daher, auch keine gute Vorstellung, so zu übernachten. Also lösten wir uns wieder und nahmen Kurs auf Camden Haven. Für unser erster Plan nach Fosters zu segeln, was der nächste mögliche Stopp gewesen wäre, waren wir nun zu spät unterwegs, wir kämen nur ein paar Stunden später, mitten in der Nacht an. Also einen Über-Nacht Segeltörn! Das hatten wir schon lange nicht mehr!
Mit Lust segelten wir weiter – der Nacht und Camden Haven entgegen. Eine grosse Schar brauner Wasservögel breiteten sich vor unseren Augen aus und sie flogen tief und kunstvoll über die Wellen. Der Regenbogen und die jagenden Delfine machten das Bild dann perfekt! Einfach überwältigend, was wir da zu sehen bekamen! Der Wind war gut, fast zu gut. Wir mussten acht geben, dass wir nicht zu schnell unterwegs waren. Ich genoss meine erste Nachtwache seit langem, obwohl ich dauern am umher rennen war und keine Ruhe fand, etwas zu tun. Als mich Kim dann ablöste, wusste ich dass wir bei meiner nächsten Wache vor Ort sein würden.
Eine Stunde mussten wir noch abwarten und segelten ein Stück weiter, bis das Tageslicht da war um die Einfahrt nach Camden Haven gut zu sehen. Im Dämmerlicht tasteten wir uns vorsichtig in die Nähe des Eingangs in den Fluss, über nur 5-6m tiefes Wasser. Es war um uns ein Getöse der brechenden Wellen. Wir waren noch ca. eine Viertel Seemeile davon entfernt, brach eine riesige türkisblaue Welle vor uns, deren Gischt nur so davon stob. Kurz davor schwammen drei Delfine ganz nahe vor unserem Bug vorbei, als ob sie uns den Weg versperren wollten… Da wussten wir, es ist zu gefährlich, wir kommen da nicht rein.
Die nächste Variante war das nahe gelegene «Port Macquarie». Wäre nur ein paar weitere Segelstunden weit entfernt gewesen, doch – auch Port Macquarie hat eine sehr schmale Einfahrt in den Fluss und ähnliche Tiefen bei der Sandbar davor. Unser Menschenverstand sagte uns, wenn wir hier nicht hineinkommen, können wir wohl auch da nicht reinfahren. Was bleibt uns übrig?
Der nächste «Allwetterhafen» war «Coffs Harbour». Coffs Harbour ist zugleich ein Einklarierungshafen, da müssen die Boote bei allen Wetterbedingungen einfahren können. Dieser Hafen war aber noch um einiges weiter, um die achtzig Seemeilen. Das hiess wir würden bei Nacht ankommen, was wir uns eigentlich verboten hatten! Doch Coffs Harbour ist eine grosse, übersichtliche Bucht. Und wie gesagt, ein Einklarierungshafen, wo auch Boote oft bei Nacht einfuhren. Kein Problem, das sollte klappen! Genau 16 Stunden später, nach einem angenehmen Segeltag, kamen wir am Abend um 23.00 Uhr in Coffs Harbour, an. Die Dame der «Maritime Rescue» hiess uns willkommen und erklärte uns über Funk, wo sich die Mooringbojen befanden. Schon kurz darauf lagen wir zufrieden, ruhig an der Boje neben dem alten, extrem langen Pier.

 

 
 
 
 
 
 
Unser rettender Hafen: Coffs Harbour
11. März 2017
Es war ein Samstag, als wir ausgeschlafen unsere Blicke in der neuen Umgebung umherschweifen liessen. Die Menschen flanierten auf dem Pier und liefen auf die mit der Hafenmauer verbundene, kleine «Muttonbird Island». Wir freuten uns, uns auch auf eine Entdeckungstour zu machen! Kim und ich wanderten den tollen Weg über die Hafenmauer und dann weiter über die flache, runde Halbinsel, die Muttonbird Island, welche unter Naturschutz steht. Durch die Informationstafeln erfuhren wir, dass die dunkelbraunen Seevögel, die wir schon so oft beobachtet haben, hier auf der Insel brüten. Und das tun sie, indem sie Löcher in die Erde graben! Natürlich als Schutz vor dem Wind und Wetter. Die Muttonbird Island ist einzigartig, weil die Vögel natürlicherweise auf Inseln brüten, die nicht von Menschen besiedelt sind. Diese Insel wurde erst vor einigen Jahrzehnten mit dem Festland verbunden. Die Vögel kommen glücklicherweise trotzdem immer noch, um sich fortzupflanzen. Was auch bemerkenswert war, war das Aussehen der Küken. Diese sahen weniger wie Küken aus und umso mehr, wie graue, dicke Fellknäuel! Wir hatten das Glück ein paar davon erspähen zu können!
Über den Ort Coffs Harbour waren wir erstaunt. Wir hatten uns eher ein Art Industriehafen vorgestellt, doch nichts dergleichen. Eine Marina, ein Segelklub, nette Restaurants umsäumten unseren Ankerplatz. Nicht weit entfernt gab es eine Strasse mit noch mehr Bars und den verschiedensten Restaurants plus Einkaufsmöglichkeiten. Was will man mehr! Uns gefiehls.
Am nächsten Morgen bekamen wir noch weitere zwei Katamaran-Yachten als Nachbarn. Beide davon kannten wir schon auf eine Art. «Taka O a» lag in der Blackwattle Bay neben uns, und beide werden wir an der Rally «Sail2Indonesia» teilnehmen. Das Boot «Surfari» kannte ich vom Internet! Ich bin nämlich nun seit einiger Zeit im Facebook mit Australischen Seglerinnen verknüpft, (Woman Who Sail Australia/WWSA) und da lassen sich manch gute Tips und Austausch vornehmen. Jocelyn Hunt von «Surfari» beklagte sich in diesem Forum, über ihre nicht ganz glimpflich verlaufene Ausfahrt von Camden Haven, am Tag nach unserem Versuch. Sie bekamen eine grosse Welle über den Katamaran, wobei ein Teil der Kunststoff Fenster aus ihren Plätzen sprangen, Wasser ins Innere und ins Cockpit kam und Handys und Computer im Salzwasser tränkte. Wir hatten Mitleid mit ihnen und zugleich waren wir froh, hatten wir die richtige Entscheidung getroffen, welches ja nicht selbstverständlich ist! Wir genossen dann später alle zusammen einen gemeinsamen «Sundowner» auf der ELAS.
 
Coffs Harbour von der Muttonbird Island



Die Flauschigen Kücken des Muttonbird

Elas, Surfari und Taka Oa..
 
 
Am Sonntag war wunderbares Badewetter. Wieder einmal strahlte die Sonne, so wie man es von Australien erwarten könnte. Wir planten einen Badetag zu machen. Die Kinder und Kim gingen schon mal vor. Es gab die Attraktion «von der Brücke springen» und die Attraktion «Bodysurfen» mit den kleinen Brettern. Die erste Attraktion verlief ohne Zwischenfälle, doch, wer hätte es gedacht, bei der Zweiten passierte ein, zum Glück nur kleiner, Unfall. Bei einer falsch erwischten Welle geriet Lenjas grosser Zehennagel unter die Verbindung der Finnen und riss diesen fast vollständig weg. Oh weh! Lenja kam auf unserem Standup Paddleboard von Kim gesteuert zum Boot angefahren. Nach ein paar Recherchen stellte es sich heraus, dass es am einfachsten war, mit ihr ins Spital zu fahren, um den Rest des Nagels auch noch zu entfernen… Also nahmen wir das Taxi und fuhren an diesem Sonnentag ins Coffs Harbour Hospital! Die Erfahrung die wir da machten war sehr gut. Extrem nettes Personal und nicht überfüllt. Eine Stunde später sassen wir wieder im Taxi, zurück zum Boot! 
Der alte Steg in Coffs Harbour

Jocelyn (Surfari), Debi und Jono von Taka Oa und Ken (Surfari) bei uns beim Sundowner




Regenwetter in Yamba, mit dem Auto nach Lismore, Ballina und zu den Maclean Ridges
14. März 2017
Der nächste Tag war wie wir es in letzter Zeit oft erlebt hatten, wieder bewölkt. Es gab seit Wochen fast keine zwei Tage nacheinander, wo die Sonne so richtig schien. Wir konnten all die Menschen die sagen, Australien sei so heiss, nicht nachvollziehen. Doch wir waren in der «Wet Saison» unterwegs. Und immer noch recht südlich, vielleicht erklärt sich das Wetter darum als frisch und nass. Aber nichts desto Trotz, uns gefällt’s und wir wollten wieder weiter. Uns zieht es in den Norden – wieder dem tollen, türkisblauen Wasser entgegen und dem Schnorcheln!
So entscheiden wir uns am Morgen Richtung «Yamba» aufzubrechen. Wir waren schon zu Beginn unseres Australien Aufenthaltes da in der Marina gewesen, und hatten zwei grandiose Tage bei unseren Seglerfreunden Johnny und Deb Sernberg im australischen «Bush» verbracht. Wir hatten ihnen versprochen, dass wir uns wieder melden, wenn wir wieder auf dem Weg nordwärts sind. Zudem hatten wir noch etwas anderes an diesem Ort zu erledigen: Neeles Weihnachtsgeschenk, ein Surfboard, war kurz nach dem Kaum am auseinander fallen. Wir wollten es in «Maclean», dem kleinen ehemals schottischen Ort entlang des «Clarence Rivers» umtauschen gehen. Doch diesmal nicht mit dem Boot den Fluss hinauf fahren, sondern mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Wieder einmal regnete es in Strömen, als wir noch am Ankunftstag den Bus Richtung Maclean nahmen. Es war eh ein spezieller Tag, beziehungsweise Nacht gewesen: Zum ersten Mal hatten wir uns bei der Berechnung unserer Reisezeit tüchtig verhauen! Von Coffs Harbour bis Yamba sind es nur 50 Seemeilen, das heisst grob gerechnet ca 10 Stunden segeln. Wir sind zu früh losgefahren und mussten unser Tempo drosseln, was immer mühsam ist, vor allem wenn es viel Wind hat! Morgens um acht Uhr waren wir vor Ort. Die Gezeit stimmte auch. Die Einfahrt war problemlos, die grossen Wellen hatten sich glücklicherweise in der Zwischenzeit wieder gelegt. Aber zurück zu unserem erfolgreichen Ausflug nach Maclean. Neele konnte ihr Board problemlos umtauschen und war glücklich darüber. Und Lenja konnte sich die langersehnte, wasserdichte Tauchuhr, die sie seit langem im Kopf hatte, dort kaufen. Eine lustige Begebenheit bei der Busfahrt, war ein Dorforiginal, das mit dem Buschauffeur im Gespräch war. Es war herrlich zuzuhören was dieser alles zu sagen hatte. Zum Schluss wollte er dann noch die Lieblings Musikband des Chauffeurs wissen! Schmunzelnd gab er im Antwort. Als das Dorforiginal dann ausgestiegen war, meinte der Chauffeur mit Blick in den Rückspiegel: «You never get bored with this job!» Es wird dir nie langweilig in diesem Beruf! Er mache dies schon seit zwanzig Jahren, und es mache ihm immer noch Spass!
Johnny und Deb Sernberg hatten erfreulicherweise schon am nächsten Tag Zeit für uns. Wir wollten ihnen nicht schon wieder die zwei Stunden Autofahrt aufhalsen, um uns in Yamba abzuholen. Aber mit Öffentlichen Verkehrsmittel gab es auch keine Möglichkeit oder war schweineteuer! Glücklicherweise gab es die Autovermietung mit dem Büro in der Marina. Wir konnten da recht günstig uns ein Auto für zwei Tage mieten!
 
MacLean Ridges, im Landesinnern zwischen Ballina und Lismore
Erfreut stiegen alle mit Stolz in das grosse Mietfahrzeug. Wieder mal ein anderes Gefühl, mit dem Auto unterwegs sein zu können. Wir sehen gerade all die Vorteile, die es mit sich bringt, mit einem vierrädigen Vehikel unterwegs zu sein! Auf jeden Fall wollten wir dann noch Einkaufen gehen – mal nicht alles tragen müssen, das ist toll! Wir genossen auch die Autofahrt. Zuerst dem Clarence River entlang, dann Autobahn und am Schluss noch Überland, an Macadamia Plantagen vorbei. 
Es war schön, die beiden nun nochmals wieder zu sehen und vor allem war es wunderbar, nochmals die wunderschöne Umgebung in der Johnny und Deb leben, geniessen zu können. Es ist das pure Gegenteil des Blau – Grau – Weiss des Meeres. Grün soweit das Auge reicht! Durch die vielen Regenfälle des vorhergehenden Tages, war ihr kleiner Bach zu einem grossen Bach geworden, und der Wasserfall fast zu den «Niagara-Fällen»! Das ist natürlich ein Witz, aber trotzdem toll, wenn man einen eigenen Wasserfall besitzt!
Am selben Tag begleiteten wir Deb zu ihren Einkäufen nach «Lismore». Wir mochten diese Stadt. Eigentlich war es fast ein wenig meine Lieblingsstadt! Es ist eine «Hippie» Stadt, überall sieht man Menschen barfuss und mit langen Haaren umherlaufen. Aber sie ist lebendig und wir haben nirgendwo so viele schöne Spezialläden, deren Auswahl mich überwältigte und erstaunte, angetroffen. Am nächsten Tag wollten wir noch «Ballina» anschauen. Ballina hat eine gefährliche Sandbar vor der Einfahrt, wir wurden davor gewarnt! Es war somit umso interessanter, die «Bar» vom sicheren Land aus zu begutachten. An diesem Tag war es recht windig und der Fluss führte immer noch braunes Wasser von den vielen Regenfällen. Es war wirklich ein spektakulärer Anblick – diese Einfahrt. Und wir waren froh, nicht mit unserem Boot hier zu sein. Die Wellen preschten gegen die Mauer und spritzten uns unerwartet mit ihrer Gischt nass. Es war ein Vergnügen, den Kräften zuzuschauen. Die Farben des Wassers vermischten sich mit dem tiefblau des Meeres mit dem braun des Flusses, und die weissen Möwen kreisten darüber. Gesättigt und erfüllt von dem Anblick, machten wir uns wieder auf den Heimweg, zu den «Maclean Ridges» wo Johnny und Deb Sernberg wohnten und verbrachten nochmal eine Nacht in ihrem wundervollen Heim.
Früh am nächsten Morgen war für uns wieder Zeit um Auf Wiedersehen zu sagen. Wär hätte dies gedacht, dass wir mit den Leuten des Bootes «LAROS», mit denen wir den Panamakanal zusammengebunden durchquert hatten, so einen schönen Kontakt haben werden!
Die Rückfahrt nach Yamba, die normalerweise circa eine Stunde dauert, war wieder ein Erlebnis seinesgleichen: Es herrschte extremer Dauerregen und die Strassen waren um nu in Flüsse verwandelt! Die Häuser in der Umgebung Yamba standen unter Wasser. Wir scherzten und kamen zu dem Schluss, «sogar wenn wir mit dem Auto unterwegs sind, haben wir Strömung!»
 
 
 
Maclean Ridges bei Johnny und Deb Sernberg
 
Lismore
 
In Ballina 
 
 
 
 
Überflutung nach heftigen Regenfällen in Yamba

Clarenceriver Überquerung – von Yamba nach Iluka, dem Fischer- und Feriendorf mit den besten Fish and Chips
18. März 2017
Unser Boot lag dann sicher und unversehrt in der Marina Yamba. Die Marinakosten waren bezahlt und es gab keinen Grund, weiter in der Marina zu bleiben. Auf der Gegenüberliegenden Seite der Einfahrt nach Yamba gab es das kleine Fischerdörfchen Iluka, mit einem sehr ruhigen und sicheren Ankerplatz. Da wollten wir hin. Wir hörten von dem Boot «Surfari», Jocelyn und Ken, dass es noch genügend Platz hat, wie gesagt, ruhig ist und bei der Fish Cooperation gab es Fish und Chips für 5.50 AUD. Tönt gut. Beim Überqueren des Flusses musste man eine kleine Öffnung in einer Mauer durchqueren, das war der einzige Nervenkitzel bei diesem Trip. Wohlverstanden hat es immer Stömungen in diesen Gewässern. Aber kein Problem, wir waren durch!
Der Ankerplatz in Iluka war schon recht voll. Viele kleinere und grössere Boote lagen da. Wohl auch viele die das ganze Jahr über da vor Anker lagen. Aber wir hatten noch genügend Platz in dem kaffeebraunen Wasser zu ankern. Kaum war der Anker gesetzt, entdeckten wir auch schon die Delfine, die jagten und dabei um die geankerten Schiffe umher schwammen. Das hatten wir noch nie erlebt: Delfine am Ankerplatz. Toll.
Wir wussten, das Wetter wird in den nächsten Tagen nicht so toll werden. Weitere Regenfälle waren vorhergesagt und der Wind war nicht geeignet, um weiter zu segeln. Wir machten uns auf ein paar ruhige Tage hier in Iluka bereit. An einem trockenen Nachmittag, nach dem obligaten Schulmorgen, machten wir uns auf, auf einen Spaziergang durch den «Word heritage» Rainforest. Die Besonderheit war, dass dieser Regenwald so nahe am Meer war, geschützt durch einen hohen Hügel. Der Spaziergang war etwa eine Stunde durch das grüne, schöne Buschwerk. Nach einem kleinen Aufstieg auf den Hügel, konnten wir auf das tosende Meer herunterblicken. Eigentlich wollten wir noch schwimmen. Aber es war uns nicht danach. Das Meer schlug zu wild über die Felsen. Aber wir genossen die Kraft und die Meeresluft und die vielen Muscheln, die es plötzlich am Ufer wieder zu sammeln gab.
Das Wasser war in Iluka immer noch kaffeebraun. Auf einmal entdeckten wir, dass es reines Süsswasser war! Oh, das ist gar nicht so schlecht! Im Süsswasser fallen nämlich alle Muscheln die  sich am Rumpf gebildet hatten, ab. Das erspart uns das Schrubben der Hülle oder sogar ein «Haul out», das heisst, das Boot aus dem Wasser zu nehmen.
 
Ankerplatz in Iluka
 
 
Fishcooporation in Iluka
 
Geburtstag und Bekanntschaft mit Robert und Ursula von «Yara»
Am 22. März hatte Lenja Geburtstag. Zum zweiten Mal auf unserer Reise. Das letzte Mal feierte sie ihren zwölften Geburtstag auf dem Meer – auf der Überfahrt auf die Galapagos Inseln. Wir planten ein Strand Barbeque zu machen und fragten Jocelyn und Ken von Surfari, ob sie mit uns feiern wollten. Ein paar Spiele hatten wir auch vorbereitet! So verbrachten wir einen schönen Tag am Wasser. Das Wetter spielte immer noch zwischen Bewölkung und Sonnenschein, es war Aprilwetter, wie wir es  auf der anderen Seite der Erdkugel kennen. Am Tag darauf machten wir einen Spaziergang auf die lange Mole, die zuerst mit einem Kiesweg versehen war und danach nur noch mit grossen Steinenquadern. Es war ein Spass, auf den Steinquadern zu balancieren um möglichst weit zum Ende der Mole zu kommen. Es war weit! Am Ende sah man wieder die verschiedenen Farbvermischungen des Wassers, welches sehr eindrücklich war. Nach dem Spaziergang waren wir noch auf dem deutschen Katamaran «Yara» mit Robert und Ursula auf ein Bier eingeladen. Es ist immer spannend, zu hören was andere Segler für Erfahrungen gemacht haben. Die Beiden hatten auch schon viele Seemeilen in ihrem Kielwasser hinter sich gelassen.
 
 
 
Geburtstag von Lenja 
Neeles Geschenk für Lenja – ein Floss


 
 
 
Drei Boote und ein Ziel: die Einfahrt in die Goldcoast
24. März 2017
Am nächsten Tag war es dann endlich wieder soweit. Der Wind stimmte für eine weitere Strecke nach Norden. Unser Ziel war die «Gold Coast». Alle drei Boote: Surfari, Yara und Elas waren zu mehr oder weniger gleicher Zeit auf dem Weg zur Ausfahrt von Yamba/Iluka. Yara war ein wenig vor uns und warnte uns noch über Funk, dass es in der Ausfahrt viel Treibgut hatte. Wir waren vorsichtig. Aber wir kamen auf dem braunen Wasser gut voran und freuten uns umso mehr, danach wieder im offenen Meer zu sein! Wir waren bereit für die Überfahrt! Die beiden Boote waren in kurzer Distanz vor uns, doch wie sich dann später herausstellte, entwickelte sich der Turn bei allen drei Booten anders: Yara war schon von Beginn an am Bremsen, um nicht zu früh vor Ort zu sein. Surfari war am fliegen! Sie brausten uns davon und konnten noch bei Tageslicht den Anker ein paar Seemeilen vor der Gold Coast werfen. Für uns beiden anderen Boote war dies zu spät, als wir da waren war es bereits dunkel. Was den ganzen Trip spannend machte, war der Wind. Wir alle rechneten mit Leichtwind aber tatsächlich war der Wind dann meistens über 20 Knoten. Unser aller berechneter Tempodurchschnitt war um die 4 Knoten, doch bei so viel Wind waren wir fast über das Doppelte schnell! Zu Beginn waren wir noch zuversichtlich, wir hatten gelernt dass es besser war, nicht zu früh mit dem Bremsen zu beginnen, wer weiss wie sich der Wind verhält. Vielleicht schwächt er plötzlich ab. Doch diese Nacht war das nicht so und wir kamen unserem Ziel immer näher – zu einer Unzeit! Yara war ein paar Seemeilen hinter uns, doch auch bei ihnen hatte das Bremsen nicht eine grosse Wirkung, der Wind war einfach zu stark! Zum Schluss zogen wir ALLE Segel ein und zogen zwei lange Bremsleinen hinter uns her – mit dem Fazit, dass wir immer noch um die 5 Knoten segelten. Keine Chance und sehr zermürbend, auf diese Weise zu reisen. Die Wellen klatschten an unser Boot und der Wind trieb uns vorwärts… unerbittlich. Wir begannen unser «No-Go» in Erwägung zu ziehen, das heisst in der Nacht in einen Hafen einzufahren… Luden unsere Satellitenkarten auf dem IPad wo wir genau sehen konnten, neben den normalen Navigationskarten, wo wir uns genau befanden und was sich um uns herum befand. Das ist ein wirklich gutes Hilfsmittel, die App «Ovital Map». So schafften wir es ohne Zwischenfälle in der Gold Coast einzufahren und zu ankern. Nerven brauchte es schon. In der Dunkelheit gibt es so viel zu sehen was es nicht gibt und viel was es gibt, sieht man nicht! Wir legten uns dann nach stolzer, gelungener Einfahrt ins Bett um zwei Uhr nachts. Am frühen Morgen sahen wir dann die «Yara» auch zufrieden, neben uns am Anker liegen. Auch sie waren es Müde, draussen noch viele Stunden auf Tageslicht warten zu müssen! Schlussendlich alles gut gelungen!
 
 
Byronbay vom Wasser aus
 
Ein kleiner Eindruck von der Goldcoast
25. März 2017
Nachdem wir alle wieder gut ausgeschlafen hatten, machten wir uns auf ans Ufer. Wir lagen mit dem Boot direkt vor dem grossen Vergnügungspark «Sea Life», einer riesigen Anlage mit Achterbahn und diversen Shows mit Delfinen ect., Neele hatte natürlich grosse Lust darauf! Aber wenn wir ehrlich waren, hatten wir ja schon weit mehr in Natura erlebt, dass es einen Unsinn gewesen wäre, dafür soviel Geld auszugeben. 
Der schmale, bewaldete Landstreifen aus Sand, der den Fluss und das Meer trennte, war schnell durchquert. Auf der anderen Seite trafen wir auf einen kilometerlangen Sandstrand mit grossen Wellen. Weiter südlich bauten sich die Hochhäuser der Stadt auf, was das Bild noch spektakulärer machte. Wir wanderten dem Strand entlang in Richtung der Hochhäuser. Der Strand war mehr oder weniger bevölkert, doch natürlich je näher wir der Stadt kamen, umso mehr Menschen waren anzutreffen. Wir begegneten zweier Männer die ein kleiner, gefüllter Stoffballen auf dem Sand hin und her strichen. Wir hatten keine Ahnung, was sie da taten und fragten. Darauf hin zeigten sie uns, was das Zeil der Aktion war. Sie fingen damit lange Sandwürmer, die sie danach zum Fischen verwendeten! Die Würmer wurden von dem Stoffballen angelockt und versuchten da hinein zu beissen. In diesem Moment packten die schnellen Finger des Mannes den Wurm und zog ihn schnell aus dem Sand. Erstaunlicherweise waren die Würmer mindestens 50cm lang, eher länger! Als wir später dann auch versuchten, solche Wurmköpfe aus dem Sand zu locken, hatten wir keinen Erfolg – kein einziger Wurm zeigte sich uns!
Wenig später begegneten wir nochmals Etwas, das wir noch nie gesehen hatten und uns erstaunte. Wir sahen ca sieben Flugdrachen, die synchron flogen. Beim Näherkommen sahen wir die Leute, die die Drachen ganz meditativ steuerten, mit ihnen landeten und wieder in den Himmel stiegen. Es war unglaublich faszinierend anzuschauen. Wir waren glücklich über die schönen Eindrücke und Erlebnisse, denen wir so unerwartet auf unserem Spaziergang begegnet waren. Unsere Tour führte uns dann über die Stadt und an der Marina vorbei wieder zu unserem Dinghi vor dem «Sea Life» Park. Aber nicht ohne noch bei der Fish Cooperation feine frische Fish and Chips gegessen zu haben! Am nächsten Morgen zogen wir iim «Broadwater» um ein kleines Stück weiter und ankerten an einem ruhigen Fleck im Fluss. Die schmale Landmasse, die den Fluss und das Meer trennt, war ganz schnell überquert und wieder waren wir an dem kilometerlangen Sandstrand. Diesmal waren wir alleine, weit und breit war kein Mensch zu sehen. Auf dem Landstreifen gab es vereinzelte Ferienhäuser, sonst war Natur pur. Die Küste mit ihren gefährlichen Strömungen ist nicht ohne, ein riesiges Schild warnte uns davor! Überall in Australien wird sehr viel auf Sicherheit geachtet. Aber es war mal wieder eine ganz andere Erfahrung, den Strand nicht mit hunderten anderen Menschen teilen zu müssen. Vor allem nicht immer aufpassen zu müssen, dass einem nicht nur die Wellen treffen, sondern auch die Bodysurfer, die auf den Wellen daher geschossen kamen! Es war ein strahlender, wunderschöner Nachmittag!
 
 
Ankerplatz an der Coldcoast
 
Goldcoast 
 
Synchron Drachenfliegen
 
 
 
 
Ein Strand für uns allein!
 
Fahrt im «Broadwater» nordwärts in die Moreton Bay, Einfahrt in den «Brisbane River» flussaufwärts
28. März 2017
Im Gegensatz zu unserer ersten südlichen Reise nahmen wir diesmal den Weg durchs Inland zur Moreton Bay. Das Flusswasser ist stark verästelt und es gibt zig Wege, die in die Moreton Bay führen. Für uns aber, mit 1.75m Tiefgang bleiben nicht viele Möglichkeiten, das heisst, wir wollten auch nicht riskieren im Sand stecken zu bleiben. Die Fahrt durch das bräunliche Brackwasser dauerte den ganzen Tag und war hauptsächlich von Natur umgeben. Das Schöne daran war das ruhige Wasser, da brauchte es nur ganz wenig Wind um schön segeln zu können aber durch die vielen Kursänderungen in dem Flusslabyrinth, waren wir dann mehrheitlich mit dem Motor unterwegs. Gegen Abend hatten wir dann auch durch die ganze Moreton Bay durchquert und ankerten vor einer Insel in der Nähe des «Brisbane Rivers». Beim checken der Gezeiten stellten wir fest, dass wir so nah wie möglich beim Brisbane River Übernachten sollten, da das Hochwasser schon sehr früh am Morgen war. Es waren 15 Seemeilen bis zu unserem geplanten Hafenplatz in «Brisbane City» und um keinen Gegenstrom zu haben, mussten wir früh aus den Federn. Bei Sonnenaufgang waren wir unterwegs und das Wasser floss noch genügend mit uns in die gleiche Richtung. Der Brisbane River ist auch ein Handelshafen und wir mussten uns per Funk anmelden. Zu einem Stück kannten wir die Einfahrt in den Fluss schon von unseren allerersten Stunden in Australien. Dann kamen unbekannte Strecken, vorbei an modernen Häusern, alten Fabriken und zum Finale unter einer alten Eisenbrücke durch, an den Hochhäusern von Brisbane vorbei. Auf der Höhe des «Botanical Garden» von Brisbane gibt es Pfosten, wo Boote für wenig Geld bei einer fantastischen Kulisse festmachen konnten. Man hängt dann an diesen Pfosten, jeweils vorne und hinten mit zwei Seilen verzurrt.
 
Wir verlassen die Goldcoast

Im Broadwater 

Ankerplatz in der Moreton Bay in der Nähe des Brisbane Rivers, die Insel St. Helena.

Eine Überraschung erlebten wir bei der Insel St. Helena in der Moreton Bay: Ein Fischer kam mit seinem Boot auf uns zu und verschenkte uns einen Fisch und vier Krebse, welche er uns einfach ins Gummiboot warf. Kim kochte daraus ein Festessen das wir dann im Abendrot verzehren konnten! Wow





Zyklon «Debbie» wüstet im Norden, wir wissen nicht wie die Auswirkungen für uns sind.
29. März 2017
Während den letzten zwei Tagen wütete der Zyklon «Debbie» im Norden von Australien. Die berühmten Inseln der Whitsundays und die Stadt «Airlie Beach» an der Küste, wo sich viele Segler aufhalten, war am meisten betroffen. Die Gegend ist ein Traum-Reiseziel, wir träumten auch schon davon – segeln in den «Whitsundays»! Doch unterdessen waren wir froh, uns noch in dem zyklonsicheren Süden zu befinden. Dank Internet konnten wir Eins zu Eins durch Videos und Bilder verfolgen, was die anderen Segler da oben gerade durchmachten. Da waren Videos von losgerissenen Yachten die führerlos in der Marina umher drifteten, Stege die gebrochen waren usw. Wie man die Auswirkungen der zerstörerische Kraft eines Zyklons so kennt. Aber eine faszinierende Meldung war von einer Charter-Yacht von Wissenschaftlern gesegelt, die in den Whitsundays Forschung betrieben haben. Diese hatten den Zyklon da abgewartet und segelten dann, sobald sie den Kurs des Zyklons beurteilen konnten in den windärmeren Gebieten des Zyklons und bewegten sich mit ihm… Nach vier Tagen waren sie wieder frei. Wie genau sie das gemacht haben, weiss ich nicht, doch sie kamen nach diesen Tagen unversehrt an der Küste an und waren schockiert, was sie da antrafen. Eindrücklich!

Unser Zufluchtsort vor den Starkwinden – Brisbane

An bester Lage! Brisbane

 
Wir rechneten mit dem Wetter der daraus folgenden Einwirkungen. Offshore war über 50 Knoten Wind gemeldet, mit ein Grund warum wir uns nach Brisbane ins Landesinnere verzogen haben. Womit wir weniger gerechnet hatten, war die Gefahr von Überflutungen. Das Post-Zyklon Wetter verursachte extreme Regenfälle über grosse Gebiete. Was uns auch noch bevorstand war, der starke Nordwind löste einen nicht weniger starken Südwind ab, dies alles innerhalb weniger Stunden. Wir waren gespannt.
Unsere erste Nacht in Brisbane war noch mehr oder weniger ruhig, doch der Himmel war schon grau und es regnete. Einen kurzen Stadtrundgang machten wir dann trotzdem. Wir hatten auch schon Bekannte vor Ort: «Surfari» mit Ken und Jocelyne waren auch schon seit ein paar Tagen vor Ort. Der nächste Tag, der Donnerstag 30. März war düster. Den ganzen Tag gab es heftigste Regenfälle, der Fluss färbte sich immer mehr zu einer kaffeebraunen Masse. In dieser Nacht lösten sich die Winde draussen ab und wie gesagt, rechnete die Regierung mit Überschwemmungen. Zugleich war Spring-Flut, das heisst, es kommt nochmals mehr Wasser in den Fluss als normalerweise. Wir begutachteten unsere Pfähle wo wir festgemacht sind und schätzten ab, wieviel mehr Wasser es brauchte, bis wir da nicht mehr sicher waren… Aber es war schwierig abzuschätzen und natürlich konnten wir uns auch nicht vorstellen, was schlussendlich abgehen könnte.
Der erste starke Wind kam ca.  Um 22 Uhr. Er blies heftig, so dass wir die Bäume und Äste vom Park brechen hörten. Glücklicherweise war es ein kurzes Spektakel. Nach vielleicht einer halben Stunde war es vorbei! Mitternacht war dann Hochwasser gemeldet. Nach einem Check konnten wir entspannt feststellen, dass das Wasser zwar hoch war, aber keine Gefahr in Sicht. Wir waren froh. 
Am nächsten Morgen schaute der Himmel schon wieder ganz anders aus. Die Sonne strahlte hell vom Himmel! Der Fluss aber sprach noch von dem Unwetter. Braun und zäh und mit viel Schwemmholz floss er vorbei. Aber das Leben in der Stadt sprühte wieder bunt und lebendig. Und wir schlossen uns an!
 
 
Regenwettertag, wir machen unser Cockpit regendicht, nach der Regendusche!

Sturmnacht, das Post Zyklon Wetter von «Debbie» 2017

Starker Südwind löst den starken Nordwind von «Debbie» ab..
 

Der Brisbane River ist kaffeebraun

Am Morgen ist wieder Sonne!






 
Am 1. April war dann Neeles 10. Geburtstag. In Brisbane im Stadtteil «South Banks» gibt es eine künstliche Lagune mit Sandbeach. Auch im Wasser ist sandiger Grund. Das Ganze wirkt natürlich und reizvoll. Es ist ein Magnet für alle hitzemüden Touristen, Kinder und Jedermann. Kein Eintritt, einfach «Public Service». Neele wollte ihren Tag da verbringen und dieser für sie besondere Tag war dann auch noch gespickt mit Kuchenessen mit Jocelyne und Ken und Kino am Abend!
 
 
 
Der Gratis Dienst «CityHopper», die kleinen Fähren haben viele Haltestellen flussauf- und flussabwärts.
 
 
Weitere Tage in Brisbane
2. April 2017
Die weiteren Tage in Brisbane hatten Höhepunkte wie das Kennenlernen des Katamarans «Cool Runnings» Kindern drauf. Das Treffen von Jasmine von dem Boot «Meermöve» die wir von der «ARC» Rally kennen und den Besuch von Andrea and Toni vom Boot «Irish Melody», die wir in Fiji getroffen haben. Und natürlich all die Genüsse und Vorteile, die man in einer grossen Stadt so zelebrieren kann: Essen gehen, flanieren, Kleider kaufen usw.! Aber der obligate Museumsbesuch durfte nicht fehlen. Wir besuchten das tolle «Queensland Museum», das ein Naturhistorisches Museum war. Da konnten wir alle Vögel, Meerestiere, Muscheln und so weiter denen wir auf unserer Reise schon begegnet waren, katalogisiert und mit Namen versehen, wiederentdecken. Eine Velotour durch Brisbane mit den Gratis City-Bikes rundete unser Bild von der tollen Stadt ab. 
 
 
 
«Tangalooma» und weiter nach «Mooloolaba»
6. April 2017
Nachdem wir das schlechte Wetter abgesessen hatten, alle Vorteile der Grossstadt genossen hatten und all unsere Freunde hier gesehen hatten, wollten wir uns wieder auf den Weg machen. Beim östlichen inneren Ufer der Moretonbay, bei der «Moreton Island» gab es den berühmten Ankerplatz vor einem Resort namens «Tangalooma». Das Besondere da waren die absichtlich versenkten Schiffswracks, die zum Tauchen und Schnorcheln toll waren. Wir sahen Bilder von klarem Wasser auf goldenem Sand und waren gespannt, ob wir die Situation so antreffen würden, nach den heftigen Regenfällen. Das Wasser des Brisbane Rivers war immer noch kaffeebraun mit vielem Schwemmgut. Wir wollten einen Augenschein nehmen und eine Nacht ankern.
Zudem wussten wir dass der Ankerplatz bei Südwind nicht optimal war, aber es war ein Stop wert!
Wir kamen am frühen Nachmittag an, die Sonne schien, es war warm aber durch den kalten Südwind schnell auch frisch. Wir zirkelten neben den Wracks vorbei und ankerten mal für ein paar Stunden in dem fünf Meter tiefen Wasser. Obwohl es wie gesagt durch den Wind recht frisch war, wollten wir uns die Unterwasserwelt, nach dieser langen Zeit endlich wieder mal, nicht entgehen lassen. Es war wunderbar, wieder die Fische um uns herum schwimmen zu sehen! Die Wracks waren auch ganz nett, man hätte da gut noch eine Weile verbringen können. Aber unterdessen stand unser Boot quer zum Wind wegen der starken Strömung. Wir wollten die ELAS für die Nacht um parkieren, was sich dann gar nicht so leicht bewerkstelligen liess! Die beiden Kräfte drückten beidseitig an die Rumpfseite, einerseits der Wind und auf der gegenüberliegenden Seite die Strömung. Kim musste ziemlich stark mit dem Motor nachhelfen, damit wir das Boot wieder in die Flucht wo der Anker lag, zurückbringen konnten! Es war ein kleiner Kampf doch zu guter Letzt war er wieder oben! Der Ankerplatz für die Nacht war auch nicht optimal. Der Südwind machte einen unangenehmen Schwell und die Strömung tat ihres dazu. Das Klatschen der Wellen an den Rumpf war hässlich! Gut für eine Nacht aber nicht mehr!
 
Um 8 Uhr morgens waren wir für die Weiterfahrt parat. Es war ein schöner Trip und am Nachmittag konnten wir schon die Bar in «Mooloolaba» passieren. Nervenkitzel hatten wir kurz beim Passieren der Moreton Bay. Die Tiefe reicht überall doch mit zunehmender Wellenhöhe begannen die Wellen zu brechen, was gar nicht gut ist! So bibberten wir ein paar Seemeilen und waren froh als wir dann wieder tieferes Wasser unter uns hatten! Der Sandbar vor dem Eingang des Flusses sahen wir gespannt entgegen. Immer wieder war es eindrücklich wie wir auf glattes Wasser zu treffen hoffen und links und rechts von der Hafeneinfahrt vergnügen sich die Surfer in den Wellen! Kaum waren wir über die heikle Stelle, hörten wir laute fröhliche Rufe von der Kaimauer herunter: Jocelyn und Ken hatten uns auf «Marine Traffic» gesehen und kamen uns Willkommen zu heissen!
«Mooloolaba» ist ein netter Touristenort mit einem tollen Surfbeach. Noch am Ankunftstag machten wir uns ein kurzes Bild davon. Unser Ankerplatz war im Hauptteil des Flussarmes, der gegen alle Seiten ausgebaggert und zu Kanälen gemacht wurde, wo nun stolz zig Moderne Häuser in Reih und Glied, jedes mit Steg vornedran prangten. Einer ähnlichen Bauweise waren wir schon an der Gold Coast begegnet. Wieder ein wunderbar, stiller und sicherer Ankerplatz, wir genossen es. Die weiteren Tage verbrachten wir in dem netten Ort vor allem am Strand. Die Wellen da waren fantastisch anzusehen und es war ein Vergnügen sich mit ihnen zu messen. Nach drei Tagen in Mooloolaba, wo sich nett die Zeit verbringen lässt, waren wir aber schon wieder abfahrbereit: Die Wide Bay Bar war unser Ziel.
 
Unser Ankerplazt in Mooloolaba

 
 
 
Mooloolaba Beach – mit der typisch rot gelben Beach Patrol, die oft von Freiwilligen gemacht wird. Die Strömumgen die sich durch den Abfluss der Wellen und Gezeiten gibt, sind stark an Australiens Küsten.
Badespass im Gegenlicht!
Die tollen Wellen von Mooloolaba
 
Bereit zum Anker heben
 
Die letzte und die wildeste der unbeliebten Sandbars an der Ostküste – Die Wide Bay Bar mit ihrer «Mad Mile»
Di 11. April 17
«Surfari», Ken und Jocelyn hatten den gleichen Plan: Ein paar Minuten vor uns, am frühen Morgen beim ersten Tageslicht, welches hier um ca viertel vor Sechs Uhr ist, hoben sie ihren Anker um in Richtung der Ausfahrt in Mooloolaba zu fahren. Kurz danach waren wir auch bei der Ausfahrt angelangt, welche glatt wie ein Kinderpopo und strahlend blau im Morgenlicht vor uns lag. Es ist ein schönes Gefühl, in den blauen Morgen hinein – aufs Meer hinaus zu fahren… Wir hatten ca 50sm vor uns und die Sonne schien. Es war Leichtwind angesagt. Kurz wägten wir zuvor noch ab, ob wir noch einen Tag lang warten wollten, da war mehr Wind angesagt. Doch mehr Wind bedeutet auch mehr Wellen – und diese wollten wir mit unserem Plan über die Sandbar zu fahren, nicht. Also fuhren wir los und zogen in Erwägung, in diesem Falle wieder mal unser Leichtwind Segel aufzuziehen. Das Meer war wirklich erstaunlich glatt, perfekt für unseren weissen Genaker mit dem «Elas» Schriftzug darauf. Wir hatten diesen seit den Galgapagos nie mehr gebraucht, es hatte für dieses Segel immer zu hohe Wellen und das dadurch erzeugte Schlagen wollten wir dem Segel nicht antun. Doch heute war es perfekt. Jedesmal freuen wir uns auch über den Anblick, wenn wir dieses schöne Segel oben haben! Ein paar Stunden waren wir dann so unterwegs. Doch der Wind nahm immer mehr zu und somit auch die Wellen. Also wieder runter mit dem Segel und die Genua ausbaumen. Eine Zeit lang nahmen wir auch das Gross noch zu Hilfe und waren mit «Papillon» unterwegs. Wir kamen gut voran und der Turn grenzte an einen perfekten Schönwetter Turn! Wie waren wir privilegiert! Immer ein Stück weiter segeln zu können…
Gegen späteren Nachmittag kamen wir zu der grossen Bucht, vor der «Wide Bay Bar», wo man auch die Nacht verbringen könnte, falls die Bedingungen für die Bar nicht stimmten oder man zu spät dran war. Einen kurzen Moment lang war ich unsicher, ob wir nicht besser das morgendliche Tageslicht abwarten sollten, unsere Berechnungen erschienen mir alle zu knapp: Das Tageslicht und die Gezeitenhöhe… Aber der Ankerplatz war auch keine perfekte Alternative, zu unruhig durch den Wellengang und 10sm von der Bar entfernt. Wir fuhren voran, dem Abendlicht und der Bar mit der «Mad Mile» (Der verrückten Meile) entgegen. Und wieder war es aufregend – spannend aufregend. Wir haben von der Coast Guard zwei Wegpunkte zur Ansteuerung bekommen. Durch das Unwetter mit den vielen Regenfällen haben sich die Sandbänke relativ stark verschoben. Vor uns konnten wir auf dem «AIS» beobachten, wie bereits «Surfari» und ein grosses Motorboot den Weg zu den Wegpunkte nahmen. Jocelyn von Surfari berichtete uns dann, als sie bereits im sicheren Innern angelangt waren, dass es gut gegangen sei und die Bedingungen gut seien. Das war ja schon mal gut. Unterdessen waren wir dann auch auf unserem ersten Wegpunkt angelangt. Von da an mussten wir den zweiten ansteuern und weiter gab es dann eine Angabe der Kursrichtung. Die «Wide Bay Bar» ist wie der Name sagt, sehr weit. Wir haben zuvor noch nie bei einer Sandbar so viele wild durcheinander gehende Wasserbewegungen gesehen. Wir waren auf der «Mad Mile», auf unserer Backbordseite brachen die Wellen. Hier musste eine sehr spezielle Situation der Wasserbewegungen sein, erzeugt durch das Stoppen des Wassers auf den  Sandbänken und durch die ein und ausgehende Strömung von Ebbe und Flut. Wie gesagt, es war ein wildes Durcheinander, doch irgendwann wurde es wieder ruhiger. Wir waren drin. Unterdessen hatten wir gerade noch das letzte Tageslicht, um Ankern zu können. Es gab keine grosse Wahl mehr, da wo wir waren, liessen wir den Anker runter. Auch im Innern des Flusses stimmten die Tiefenangaben nicht mehr, so konnten wir uns nicht auf unsere Elektronische Navigation verlassen. Für eine Nacht war es in Ordnung. Neben uns waren noch ein paar andere Boote geankert, unter anderem Surfari. Aber für einen gemeinsamen Schlummertrunk war es an diesem Abend zu spät!
 
Unser Leichtwindsegel wieder mal im Einsatz
Durch die Mad Mile. Wide Bay Bar
Ankommen beim letzten Tageslicht um halb Sechs.
Vollmondnacht

Seltene Flussdelfine füttern in der «Tin Can Bay» und ein Stück weiter der Westküste von «Fraser Island» entlang in der «Great Sandy Street»
12. April 2017
Wir wollten noch ein Stück im Fluss südwärts fahren, zur «Tin Can Bay», bevor wir dann weiter nördlich gehen wollten. Tin Can Bay ist ein kleiner, ruhiger Ort wo viele mit Booten Ferien machen. Es gibt unendlich viele Möglichkeiten das Wasser und die Natur zu geniessen. Die Landschaft ist geprägt von Mangroven und den riesigen Sandbänke die bei Hochwasser verschwinden und bei Niedrigwasser wieder zum Vorschein kamen. Viele Motorboote und Hausboote fallen einfach trocken, bis das Wasser wieder kommt. Wir machen einen grossen Spaziergang durchs Dorf und über die Sandbänke. Hier an diesem Ort kann man jeden Tag am Morgen um 8 wilde Flussdelfine füttern. Wir sind zur Schulferienzeit da, und so hat es am nächsten Tag super viele Leute vor dem kleinen Kaffee am Strand. Doch die Delfine waren auch schon da und warteten brav neben den «Rangern» bis es dann Fisch gab. Die Flussdelfine heissen «Humpack-Delfine» und haben eine lange dünne Schnauze und fast keine Rückenfinne. Ein Tier mit einem Jungen war speziell toll zu beobachten. Lenja und Neele durften dann beide einem Delfin einen Fisch füttern. Es war ein spezielles Erlebnis, obwohl wir schon oft wilde Delfine beim Segeln unterwegs angetroffen hatten. Wir verbrachten sicher zwei Stunden damit, zu beobachten, zuzuhören was die Ranger über die Tiere erzählten und den lustigen Geräuschen zu horchen, die vor allem ein Tier machte! 
Wir fuhren danach ein paar Stunden mit der Strömung nordwärts. Die Landschaft war relativ gleichförmig vom sehen her, bewaldetes flaches Land. Doch zum Navigieren musste man immer wachsam sein. Die «Great Sandy Steet» ist gespickt mit Sandbänken.
Kim sah einen Ankerplatz vor in einem schmalen, gewölbten Einschnitt in einer Sandband die bei Niedrigwasser trocken fällt. Der Ankerplatz hiess «Gerry Anchorage», genannt nach einem Aborigine Mann, der mal hier gelebt hatte. Ein paar andere Boote waren auch schon da.
Beim Anlanden entdeckten wir zum ersten Mal ein Hinweisschild, dass hier auch schon mal gefährliche Salzwasser Krokodile gesichtet wurden! Oh weh! Nun waren wir also in diesem Gebiet abgekommen. Doch die Leute spazierten am Strand und es gab weit und breit keine weiteren Anzeichen auf eventuelles Vorhandensein dieser Raubtiere… Nur, beim Ankern sah ich etwas ziemlich grosses in der Nähe eines anderen Bootes aus dem Wasser tauchen und wieder hinein… Was das wohl war? Wir wollten einen kurzen Spaziergang durch den Busch machen und zu einem kleinen See wandern. Die Moskitos aber schwirrten sofort ganz gefrässig um uns herum, keine Chance! Es half auch kein Mückenspray, so drehten wir dann bald wieder um – nicht ohne noch ein paar wunderschöne Naturbilder von der Buschlandschaft gemacht zu haben. Das Tier, das ich gesehen hatte war, wie sich dann später durch ein Gespräch mit dem Halter des Bootes herausstellte, war ein «Dugong». Eine Seekuh, die sich nur durch Seegras ernähren. Schade dass wir sie nicht von nahem gesehen haben!
 
Tin Can Bay



Coast Guard in der Tin Can Bay
Fütterung der Flussdelfine in Tin Can Bay
 
Die seltenen, in Tin Can Bay lebenden Flussdelfine heissen Humpackdelfine
 
In Gerri’s Anchorage entdecken wir dieses Hinweisschild, also sind wir nun in dem Gebiet wo schon mal Salzwasserkrokodile vorkommen können, angelangt.
Gerri’s Anchorage liegt in einer schmalen, gewölbten Durchfahrt zwischen den Sandbänken.
Die Buschlandschaft ist faszinierend, nur hat es zu viele Moskitos! 
 
Gumtree
Die Sandbänke fallen bei Niederigwasser trocken
…Und Scharen von Soldatenkrebsen sind unterwegs. Diese können sich in Sekundenschnelle eingraben!
 
Kingfisher Resort – Fraser Island
Karfreitag 14. April 2017
Am Tag darauf war das Kingfisher Resort unser Ziel. Bevor wir es gesehen hatten, wussten wir nicht genau was für eine Art Resort es war. Es stellte sich heraus, dass es ein Dorf mit vielen Ferienhäusern und Appartements war. Es hat Bars und Pools, sogar ein Whirlpool das benutzt werden kann. Es kommen auch viele Tagestouristen mit der Autofähre. Es werden diverse Touren mit Off-road Bussen auf der Insel angeboten. Und es gibt viele Wanderwege.
Also für uns war es perfekt. Wir hatten nicht die Absicht, eine der teuren (600 AUD für uns vier) Touren auf der Insel zu buchen, obwohl es sicher toll gewesen wäre. Wir hörten später von dem wunderschönen Süsswassersee, dem «Lake McKenzie», der auf einem rund 20km weiten Wanderweg erreicht werden konnte. Am Ankunftstag machte ich schon mal einen kleinen Spaziergang durch den Busch rund um das Resort, während Kim und die Kinder mal die diversen Pools auskundschafteten. Alles war öffentlich und konnte benutzt werden. Und Essen oder Trinken dazu bestellen, wenn man wollte. Natürlich genossen wir es! Auch das Wetter war perfekt, seit langen hatten wir seit Tagen anhaltenden Sonnenschein. Kurzerhand entschieden wir uns, am folgenden Tag diese, für uns schon weitere, Tageswanderung zum «Lake MacKenzie» zu machen. 
 
Im Spa!
 
 
Das Kingfisher Resort ist ein beliebter Touristenort und gut mit der Autofähre von Urangan, vom Festland, erreichbar.
 
 
 
Unser Dinghi liegt auf dem Trockenen. Ein Vorteil dass wir so ein leichtes Beiboot haben, der Weg zurück zum Wasser ist ca 350m

 
Wanderung zu dem ausserordentlich schönen «Lake McKenzie»
15. April 2017
Wir wollten unsere Wanderung um 9h morgens beginnen, geschätzte 2-3 Stunden Wanderzeit pro Weg, standen uns bevor. Also beizeiten aufstehen und Brote schmieren für den Tagesproviant! Für mich war dieser Tag besonders schön – ich liebe es zu wandern, im Gegensatz zu Neele, die alle Viertelstunde fragte, wann wir endlich da seien!
Der Wanderweg auf einem schmalen Sandpfad – die Fraser Island ist die grösste Sandinsel der Welt – war gut ausgeschildert. Es liess sich gut auf dem Sand laufen. Zuerst leicht abwärts zu einem kleinen Flüsschen und dann wieder aufwärts. Nach guten zwei Stunden durch den trockenen Eukalyptus Wald laufen, waren wir schon beim See. Der leuchtete dunkelblau und türkis durch die grünen Bäume! Ein Wahnsinns Anblick und noch schöner war die Vorstellung, schon bald in das kühle, frische Süsswasser zu tauchen! Der Sandstrand war so weiss, dass man es ohne Sonnenbrille kaum aushielt. Es war ein Genuss, dem See entlang zu wandern, zu staunen was die Natur so wundersames entstehen liess. Der See ist reines Regenwasser, das jahrmillionen alte Sediment war zuzusagen wasserdicht. Der See ist nur 5m tief aber unheimlich sauber und klar und leicht sauer, das erklärt wohl auch, warum es fast keine Pflanzen hat, die im See wachsen. Wir hatten auch das Glück, dass Kim eines der kleinen Schildkrötchen entdecken konnte, die in dem See leben, ein weiteres Highlight. Am Nachmittag machten wir uns wieder auf den Rückweg. Diesmal hatten wir weniger Glück mit der Beschreibung des Weges. Nirgends konnten wir unseren Rückweg, die Route 2 beschildert entdecken. Wohl waren wir schon ein wenig zu Weit gelaufen.. Einer der Ranger erklärte uns dann, wir müssten ein Stück auf der Off-road-Strasse laufen, später käme dann die Abzweigung. Fast hatten wir das Gefühl, er freue sich, dass es da noch Leute gibt, die zu Fuss gehen! Nachdem wir ein kurzes Stück auf dem mit zwei tiefen Radrinnen versehenen ca drei Meter breiten Sandweg gelaufen waren, wussten wir warum: Ein grosses Off-road Fahrzeug nach dem Anderen rauschte an uns vorbei und wir mussten schleunigst an den Wegrand hinaufklettern, um uns in Sicherheit zu bringen! Ich persönlich vermisste den entspannenden Wanderpfad – Kim hingegen fand die Off-road-Autoshow ganz interessant. Für Neele war dieser  Weg voller Erwartungen, da sie erhoffte dass wir von einem der Wagen mitgenommen werden würden – und sie vom Wandern verschont bliebe! Dem war aber nicht so, nur wurden wir einige Male erstaunt gefragt, ob alles in Ordnung sei! Die versprochene Abzweigung kam dann erst sehr viel später, die «gefährliche» Strecke sind wir sozusagen gerannt. Doppelter Sport Einsatz! Das letzte Stück konnten wir dann noch entspannter zurücklegen, bis zum Strand und danach dem Strand entlang bis wieder zum Resort. Perfekt war auch unserer Rückkehrzeit, es reichte nämlich gerade noch für ein weiteres Bad im Pool und ein Bier beim Sonnenuntergang!
 
 
 
 
 
 
Der erste Blick auf den wundervollen See, Lake McKenzie
 
Fantastisch ist die Farbe des Sees und das unheimlich klare SÜSS-Wasser!
 
Der PH Wert des Sees ist leicht sauer, es gibt nicht viel Pflanzenwuchs darin, doch es gibt Fische und kleine Süsswasser Schildkröten
 
 
 
 
Auf der Off-road Piste zurück
Wieder ein ruhigerer Abschnitt des Rückweges
Spuren der Vergangenheit am Strand
 
 
Der Sand rinnt runter wie bei einer Sanduhr..
Ein Hund oder ein Dingo? Ein Dingo mit Sender…

Das Essen lockt die Tiere an..

Ostersonntag
Am nächsten Tag mussten wir uns dann wieder ein wenig der Schule widmen. Ostern hin oder her!  Aber dass wir trotzdem Ostern ein wenig gefeiert haben, wollte ich einen Osterkuchen backen. Lustigerweise aber waren uns gerade an Ostern die Eier ausgegangen! Das kann beim Schiffsreisen schon mal passieren! Nichtsdestotrotz buck ich einen Kuchen – halt ohne Eier! Mit frischen Birnen und Äpfel ist er auch gut gelungen! Am Nachmittag wollte Kim dann noch seinen neuen Quatrokopter ausprobieren, welches für alle sehr aufregend war, für alle aus einem anderen Grund. Wir begaben uns an Land, das Meer war schon recht zurückgegangen und gab eine grössere, nasse Sandfläche frei. Wir hatten Filme gesehen, die von diesen Quatrokoptern kamen, die so toll waren. Geübte Flieger dieser Dinger starteten den Quatrokopter vom Boot aus. Ich freute mich auf die Luftvideos und die Kinder und Kim auf das Fliegen!
Apropos Kuchen: Nach unserem Osterkuchenschmaus vor dem Landgang zum Quatrokopter fliegen, hatte ich plötzlich wie ein schwerer Stein im Magen. Fühlte mich recht unwohl und ich dachte ich hätte wohl zu viel Kuchen gegessen! So dachte ich mir würde einen Spaziergang nicht schaden und lief eine Stunde durch den Busch zu dem Aussichtspunkt beim Resort und wieder zurück. Das komische Gefühl im Magen blieb.
 
Nochmals ein schöner Ankerplatz an der Westküste von Fraser Island und die geschäftigen Tage in «Urangan».
16. April 2017
Wir entschieden uns am nächsten Tag noch nicht direkt zu der Stadt «Urangan» zu fahren sondern noch ein Stück weiter nördlich, kurz vor der riesigen Bucht von Fraser Island zwischen der Insel und einer Sandbank zu ankern. Es war wunderbar sonniges Wetter und das Wasser fast klar. Vor unseren Augen lag ein Sandstrand mit viel Schwemmholz umherliegen. 
Ich fühlte immer noch ein Druck im Magen. Zudem fühlte ich mich am ganzen Körper schlapp, meine Lunge fühlte sich unterdessen auch komisch an… so blieb ich an Bord während Kim und die Kinder die Surfboards nahmen und zum Strand paddelten. Eine Stunde später kamen sie zufrieden zurück, es hatte ihnen gefallen. Sie hatten eine kleine Lagune entdeckt wo man gut darin baden konnnte! Erstaunlich war aber wieder die starke Strömung die sich durch den Gezeitenwechsel aufbaute, das heisst das Boot wechselte in der Nacht die Richtung in der es steht. Am Morgen danach brachen wir auf nach Urangan. Urangan liegt neben «Torquai» in der «Hervey Bay» ist das Hauptzentrum des Fraser Island Tourismus. Von da aus starten alle Boote und die Fähre zu der Insel. Urangan ist zusammengewachsen mit zwei weitern Ortschaften und man kann, wenn man ein Auto zur Verfügung hat, sich alles besorgen, alle Arten Supermärkte und andere grosse Ladenketten sind ansässig. Was ein besonderes Markenzeichen von Urangan ist, ist der 880m lange Pier. Auf diesem, damals mehr als einem Kilometer langen Pier, waren zur Jahrhundertwende Züge gefahren mit einer Ladung von Kohle, Zuckerrohr und mehr um dies auf die Schiffe zu verladen. Ein sehr imposantes Bauwerk, das nötig war weil das Meer in der Hervey Bay sehr seicht bis weit hinaus ist!
Während ein paar Stunden Segelns waren wir vor der Marina Urangan. Wir hatten viel Wäsche zu waschen und wollten auch wieder mal frisches Wasser tanken, so entschieden wir uns eine Nacht in die Marina zu gehen. Die Marinakosten waren dann auch recht OK, wir mussten 55 AUD für eine Nacht bezahlen. Was uns dann an der Marina gefiel war, dass die Marina nicht wie viele andere australische Marinas im Nirgendwo war, sondern direkt vor einem Ort. Wir schätzten das Angebot der Marina, das Marinafahrzeug für 15 AUD für zwei Stunden mieten zu können. Eine geplante Unternehmung hier in Urangan war nämlich uns für einen neuen Dinghi Motor umzuschauen! Unser war ja mal in der Karibik im Salzwasser gelegen und machte immer wie lautere Töne, bis er dann endlich anfing zu drehen! Da wir nur zwei Stunden Zeit hatten teilten wir uns auf: Kim und Lenja suchten Motorenwerkstätten auf und Neele und ich plünderten den Aldi, wobei Neele immer wieder sagte: «Mami du bist verrückt!» als ich einen ganzen Karton mit Basilikum Pesto in den Wagen stellte. Aber dieser Einkauf war nun nicht mehr nur für Australien gedacht, sondern meine Einkaufsplanung ging weiter, bis für nach Indonesien und weiter. Kim und Lenja waren nicht besonders erfolgreich gewesen mit ihrer Recherche betreffend Motor. Sogar alte zehnjährige Motoren waren immer noch sehr teuer, so lohnt es sich doch unseren guten Honda 2.3  PS zu reparieren…
Nach einer zweiten Nacht in der Marina – es ist einfach so komfortabel (!) und nach getaner Wäsche und weiteren Botendiensten in der Stadt, lösten wir wieder die Leinen um in Richtung Bundaberg zu segeln. 
Die geschäftigen Tage in Urangan haben an meinem schlechten Körpergefühl nichts ändern können, noch immer hatte fühlte ich mich extrem matt, der Magen und die Verdauung immer noch komisch und die Lunge belegt… Ich begann mir langsam Sorgen zu machen, was ich da wohl aufgelesen haben könnte. Meine Nachforschungen im Internet von Viruskrankheiten von Moskito Stichen sagten aber nichts von meinen Symptomen, diese sprachen eher von Muskelschmerzen, Fieber und Ausschlägen. Aber solche von Moskitos verbreitete Viren können sowieso nicht behandelt werden, nur die Symptome, so wusste ich dass ich einfach abwarten muss. Nach vier mühsamen Tagen und vor allem Nächten erwachte ich am Morgen und ich fühlte: Nun hat mein Körper wieder Überhand über den Virus gewonnen, was auch immer es gewesen war. Ich fühlte dass mein Wohlbefinden wieder am zurückkommen war! 
 
Dieser Steg war mal über einen Kilometer lang und wurde zum Verladen von Kohle verwendet. Heute ist er restauriert und noch 880m lang. 
 
Der Steg wird von den Einheimischen gerne zum Fischen benutzt 
Abendstimmung gesehen vom Urangan Steg aus

In der «Great Sandy Straits» Marina. Hat uns gefallen da.
 
 
 
In Bundaberg kurzentschlossen das Boot aus dem Wasser nehmen und starke Erinnerungen an die Vuda Marina in Fidschi
20. April 17
Am Freitagnachmittag, nach einem guten Segeltag, kamen wir am späteren Nachmittag in Bundaberg an. Nachdem Kim ein paar Tage zuvor wieder unseren Rumpf geschrubbt hatte und extrem viele kleine Muscheln entdeckt hatte, spielten wir mit dem Gedanken, die Hülle trotzdem noch hier in Australien zu streichen, die Variante wäre Thailand gewesen. Wir telefonieren noch während des Segeln in die Werft, ob wir vielleicht das Boot noch am gleichen Tag herausnehmen könnten. Der Termin war dann aber am nächsten Tag um neun, was auch super war! So endeten wir kurzerhand später schon wieder in der Marina um dann am nächsten Morgen parat für das Auskranen zu sein! Die Marina liegt beim Flusseingang, bei den Burnett Heads. Bundaberg liegt dann aber weiter zehn-fünfzehn Seemeilen im Landesinnern am Fluss. So ist diese Marina wieder weit von allem entfernt!
Diesmal waren wir innerlich ganz ruhig. Kein Stress, ob alles gut geht wie wo wir in Fiji das Boot aus dem Wasser genommen hatten. Da waren wir voller Sorgen ob wir gute Handwerker finden würden ect. Und es kam so wie wir befürchtet hatten! So wie wir in Bundaberg auf unserem Platz in der Werft standen, von oben auf das Wasser herunter blickten und vor allem auf die Palmen, spielten unsere Erinnerung uns einen Streich, wir glaubten fast, wieder in Fiji zu sein! Doch glücklicherweise blieb es diesmal bei den geplanten drei Tagen in der Werft.
Was wir am Boot machen wollten war, den Rost beim Kiel entfernen und neu mit Interprotect abdichten, die Hülle polieren und ein neues, abrasives Antiouling auftragen. Wir hatten genug Zeit um noch mit einem neuen Segel-Bekannten, Less der auch in der der Marina weilte, am Sonntag in das nächstgelegende Dorf, zu den «Burnett Heads» zu spazieren. 
Von Bundaberg selber konnten wir wegen unserem Bootsunterhaltsprojekt kein Bild machen. Wir hätten gerne die berühmte «Bundaberg Destillerie» angeschaut! (Und ein zwei Flaschen des feinen Rums gekauft!) Als das Boot am Montagmorgen wieder im Wasser war, ankerten wir noch eine Nacht im Fluss, bevor wir uns dann auf den Weg zu der kleinen Koralleninsel «Lady Muscrave» machten. Entweder Bundaberg oder Koralleninsel, zudem war am Dienstag der 25. April 17 «Anzac Day», einer der höchsten Public Holidays in Australien und so wären alle Läden zu gewesen…
 
Auswassern in Bundaberg
 
 
Wieder unter Palmen, wie in Fiji

Die Bundaberg Port Marina im Nirgendwo

Fertig poliert und gestrichen!
Zeit für Ballspiel in der Werft!

Billard im «Hotel» in Burnett Heads

Spaziergagng nach«Burnett Heads»

Zurück ins Wasser

Noch eine Nacht vor Anker vor der Abfahrt zur «Lady Musgrave»!
 
 
 
 


 

 

 

 

2 Antworten zu “30. Australien nordwärts

  1. hallo zäme, isch jo super was dir bis jetz erläbt heit. macht eim richtig a. bi genau vor zäh johr z australie gsi und bi immer no fähn vo dört. ig wünsche öich witerhin e wunderbari reis uf em meer und ganz schöni begägnige.
    ganz liebi grüess trix

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