26. Fiji Yasawas

Vuda Marina Lautoka, Fiji
9. Oktober

Wieder zurück von Neuseeland und der Alltag in der Marina

Wir sind nun hier in Fiji genau zwei Monate auf dem Trockenen, eine Zeit welche für uns im Vergleich zu dem Rhytmus den wir zuvor hatten, eine unglaublich lange Zeit am selben Ort ist! Zu diesem Zeitpunkt wären wir schon in Indonesien gewesen!
Doch die Dinge passieren und es gibt viel Positives, das wir in dieser Zeit erlebt hatten – neben dem «verflucht zum Ausharren» sein!
Das Schönste waren die Begegnungen in der Marina. Dadurch dass wir so lange hier waren, kamen immer wieder Boote rein, die wir unterwegs mal irgendwo getroffen hatten, was dann immer sehr spannend war. Wir hörten viele Geschichten, Marina Geschichten von Bootreparaturen und andere. Zeitweise war die Marina ein Treffpunkt von Schweizer Booten! Die «Ulani» mit Philipp und Sandra, die «Quo Vadis» mit Benu und Silvia, Herbert mit seiner «Golden Age» der dort fast schon stationiert ist und der der Schweizer Einhandseger Philipp mit seinem Katamaran. Es hatte sich ein Marina Alltag eingestellt, mit diversen netten Begebenheiten: Ein Eis vor dem Marinaoffice, jeden Dienstag Treffpunkt im Restaurant bei der «Half Price Pizza», ein Bier auf einem anderen Boot oder sogar mal eine Einladung zum Abendessen. Im Ganzen gesehen war die Zeit recht kurzweilig, doch die eigentliche Sehnsucht war, wieder Reisen zu können.

 

Ein Sturm war in luftiger Höhe abzuwettern!

Abschied von unseren Freunden von der «Contraband»


Unsere Hoffnung wurde nicht bestätigt und die Pläne geändert
Zurück von Neuseeland, freuten wir uns zuerst riesig, wieder auf unserem Boot zu sein. Wir hatten unsere kleine Heimat vermisst! Wir rechneten in den nächsten Tagen mit Bescheid des  Lieferdatums unseres Ruders. Doch der Bescheid liess auf sich warten. Nach ca. fünf Tagen wie auf Nadeln und dauernden Fragen von mitfühlenden Seglerbekanntschaften, kam dann der Bescheid: Die Fertigstellung des Ruders würde noch mindestens zwei Wochen andauern plus mindestens eine Woche Lieferung, es würde dann Ende Oktober sein. Das war eine Riesenenttäuschung. Unser Plan, diese Saison ins Mittelmeer zurück zu segeln war somit unmöglich geworden. November/Dezember beginnt die Zyklon-Saison, dessen Gebiet sich bis nördlich der Torresstrasse in Australien erstreckt. Dieses Gebiet sollte man in dieser Zeit bereits passiert haben.

Neue Ideen tauchen auf
Am Boden zerstört versuchten wir zu Schlafen. Es gehen uns tausend Dinge durch den Kopf. Was machen wir? Können wir nicht doch noch fahren? Frühmorgens stehe ich auf und kämpfe mich durch mehrere Segelrouten Bücher um nochmals genau die Zeitpläne zu studieren. Wir hatten im Vorfeld beschlossen unser leicht gespaltenes Ruder zu flicken und noch ein zwei Wochen hier die Inseln anzufahren. Wir freundeten uns in der Verzweiflung mit dem Gedanken an, mit dem geflickten Ruder weiterzufahren, getrieben vom Wunsch, unsere Reise zu beenden. Alle anderen Ideen wie das Boot zu verkaufen, machte uns nur traurig. Wir recherchierten, wo wir in diesem Fall unser neues Ruder hinschicken lassen könnten. Australien wäre am nächsten aber teuer und aufwändig zum Einklarieren. Indonesien wäre die zweite Option aber keine Marinas zum das Boot aus dem Wasser nehmen. Nichts erschien uns einigermassen optimal. Unser Plan, eine zweijährige Weltumsegelung zu machen, hatte für uns gut gestummen, zumal wir dachten, dass es gut ist wenn die Kinder wieder zur Schule gehen und wir wieder zuhause zum Rechten sehen können.
Ein Blitzgedanke während des abendlichen Bades im Meer, in der neu ausgebaggerten Katamaraneinfahrt neben dem braunen Riff, liess uns aber die Welt plötzlich wieder in anderen Farben sehen – nicht braun sondern farbig schillernd! – Wir stellten uns auf einmal vor wie es wäre, die ganze Hektik zu umgehen und unsere Reise einfach um ein Jahr verlängern. Dieser Gedanke fühlte sich wahnsinnig gut an. Aller Druck und Stress war auf einmal wie weggeblasen, Ruhe kehrte in unsere Geister! Nach dem Abendessen informierten wir dann die Mädchen von unserer Idee und waren gespannt, was sie dazu meinten. Am nächsten Tag nicken dann beide heftig mit den Köpfen, als wir sie fragten ob sie mit dieser Idee einverstanden wären. Es hatte uns nicht erstaunt, wir waren in letzter Zeit so richtig tief in unserem Reiseleben angekommen und zum Glück waren auch die «Schultage» nach den Neuseelandferien entspannt und produktiv abgelaufen. Also stand uns nichts im Wege.

Eine verkürzte Wartezeit!
Jedes Mal wenn wieder ein Boot die Marina verliess, gab es einen kleinen Eifersuchtsstich, und das passierte einige Male! Wir hatten es satt, herumzusitzen und von den umliegenden kleinen Inseln um Fiji, die wunderschön sein sollen, haben wir noch nichts gesehen. Wir träumten, wieder ein Boot im Wasser zu haben und von den Sandstränden mit dem türkisblauen Wasser.
Am nächsten Morgen spazierte Kim zum Werftladen und kaufte eine kleine Dose Epoxyharz und ein Stück Glasfaserflies. Wir wollten das Ruder wiederherstellen um die restliche Wartezeit in den Yasawas, der nördlichen Inselkette vor der Hauptinsel Viti Levu, zu verbringen. Drei Tage später waren wir mit dem wieder eingebauten, reparierten Ruder wieder im Wasser! 

Wieder zurück auf dem Wasser, sind wir beglückt über die Ruhe In der Ankerbucht und der schönen Abendstimmung


Unterwegs in den Yasawas!
Es war ein wunderbares Gefühl, wieder unterwegs zu sein. Wir motorten bei Sonnenschein durch die nördliche Riffpassage und Übernachteten in dem kleinen, ruhigen Fjord in den Mangroven, wo wir schon auf der Hinreise gestoppt hatten. Wir erfreuten uns an der Stille an diesem Ort und bekamen einen wunderbaren Abendhimmel dazu beschert, der in allen Farben leuchtete. Am nächsten Morgen in der Frühe, als ich alleine im Cockpit sass und noch einen kurze Moment für mich selber hatte, bekamen wir Besuch von zwei Einheimischen Fischer. Die waren die ganze Nacht in der Lagune unterwegs gewesen um zu fischen. Ich war mir nicht ganz sicher was sie wollten, jedenfalls kein Fisch verkaufen, stellte ich fest. So fragte ich sie ob sie vielleicht einen Kaffee wollten. Die beiden freuten sich wie kleine Kinder und lachten übers ganze Gesicht. Und so kamen sie auf Deck und setzten sich demütig auf der Seite nieder. Sie wollten nicht ins Cockpit sitzen. Interessiert blickten sie umher und bestaunten die Yacht. Unsere beiden Aussenbordmotoren interessierten sie besonders, das war etwas was sie auch gut kannten. Doch sie mussten wieder laut lachen, als sie hörten dass unser riesiger Honda 4-Taktmotor nur gerade 10 PS hatte und er kleine ganze 2.3 PS. Da waren sie mit einigen Pferdestärken mehr unterwegs! Sie erzählten uns noch wo sie leben. Die Bucht war nur noch von ein paar Menschen bewohnt, doch das ganze Land gehört ihrer Familie, ihrem Clan. Der Rest wohnt ein bisschen weiter vorne um den Landzipfel herum und ist ein Dorf von etwa dreihundert Menschen. So hatten wir eine nette Begenung. Die zwei waren freundlich und angenehm und so machte es uns auch nichts aus, beim Wegfahren noch ihren Benzintank ein wenig aufzufüllen.
Der zweite Tag war dann nochmals gleich weit. Wir fragten uns nach wieder einem Tag motoren, ob wir uns wohl für die Richtige Route entschieden haben…. Doch, die Idee dann die ganzen Yasawas Stück für Stück mit dem Tradewind zurücksegeln zu können, erschien uns dann doch lohnenswert. 

Yadua – Wieder den Luxus geniessen, Nautilusse und der schönste Tauchgrund.

17. Oktober 2016
Am dritten Tag stand dann eine Strecke von 50 Seemeilen zu der Insel Yadua bevor. Wir starteten in der Frühe und hatten zwanzig Knoten guten Seitenwind und so kamen wir beizeiten in der grossen geschützten Bucht auf Yadua an. Erstaunlicherweise waren auch noch zwei Schlepper in der Bucht verankert. Zu Beginn konnten wir uns nicht vorstellen, was diese beiden Schiffe in der Abgeschiedenheit zu tun hatten. Des Rätzels Lösung tauchte dann am nächsten Tag auf: Die Crew der beiden Schlepper versuchten sich seit zwei Monaten an der Bergung eines gesunkenen Frachtschiffes, das während des Zyklons gesunken war.
Yadua war gemäss dem Schweizer Segler «Feri» die schönste Insel um Fiji. Was wir uns schon aus der Ferne gut vorstellen konnten: Türkisblaues Wasser und ein goldgelber Sandstrand, erblickten wir voller Vorfreude. An jenem Abend bei ihm auf dem Boot, gab er den Kindern eine Nautilus Muschel, die er auf dieser Insel gefunden hatte. Er erklärte uns den Weg über den Hügel auf die andere Seite zur anderen Bucht, wo von Wind und Wellen vieles angeschwemmt wird und es eben noch diese seltene Muschel zu finden sei. Das reizte unsere Sammlerherzen natürlich! Wir lasen noch in Wikipedia nach, um was es sich bei dieser seltenen «Muschel» handelt. Es ist ein Urtier das mit dem ausgestorbenen Ammonit verwandt ist aber auch mit dem Tintenfisch Verwandtschaft aufweist. Die «Muschel» hat einen geschlossenen Hohlraum der mit Luft gefüllt ist und das Lebewesen hat auch «Arme» wie der Tintenfisch. Es kann sich nur auf und ab bewegen und lebt in grossen Tiefen (bis 300m), es braucht kaltes Wasser um zu überleben. Die Nautilus gibt es nicht mehr an vielen Orten, soviel ich weiss gibt es sie noch in Thailand und eben hier in Fiji. Spannend.
Schon kurz nach dem Ankermanöver sind wir auf der Suche nach dem Übergang zur anderen Seite, doch überall sind Büsche und Felsen und es ist Hochwasser. Doch wir klettern auf allen vieren einen Felsen hoch und kommen auf eine kleine Ebene mit einem wunderschönen Ausblick auf die Bucht mit dem tollen Wasser. Wieder durch die Büsche kletternd, schaffen wir es dann zu einem kleinen Abschnitt des anderen Strandes zu kommen, wo wir eifrig diese seltene Muschel zu finden versuchen. Doch ausser angeschwemmten Plastikmüll und Kokosmüssen war nichts zu finden! Am Nächten Tag fanden wir dann bei Niedrigwasser den richtigen Pfad und kamen an einen langen Strand mit gelbem Sand. Die Chancen eine Nautilus zu finden war wieder gestiegen! Doch die Attraktion an diesem Nachmittag waren die Kokosnüsse, die Kim mit einem Strecken von den Palmen holte und die er durch Schlagen öffnete. Der süsse Saft am Strand sich in die Kehle rinnen zu lassen war herrlich! Am Strand trafen wir auch einen der einheimischen Arbeiter des Schleppers. Er liess ums dann auch noch ein paar Kokosnüsse im Sand, mit einer Notiz in den Sand geschrieben: «For you, take it! Es ist ein schönes Gefühl, willkommen zu sein, diese kleine Botschaft hatte uns sehr gefreut!
Wir packten auch noch unsere Schnorchelsachen ein und ankerten unser Dinghi in der Nähe des äusseren Riffs. Die Bedingungen waren ideal, es war Niedrigwasser und das Wasser sehr klar. Zudem gab es keine grossen Wellen. Schon beim ersten paar mal Tauchen waren wir überwältigt von dem was wir sahen! Es war das bisher allerschönste Riff das wir auf unserer Reise gesehen hatten. Inklusive Ägypten. Wenn wir ein paar Meter hinuntertauchten, entdeckten wir eine Farben- und Formenwelt die uns sprachlos machte! Es war nicht überall gleich, doch es gab Stellen wo das Riff blühte!
Am späteren Nachmittag des zweiten Tages bekommen wir dann plötzlich noch Besuch. In Fiji gibt es die Regel, den Einheimischen mit einem Ritual das «Sevusevu» heisst, Respekt zu zollen. Doch eigentlich war das Dorf auf der anderen Seite der Insel und wir hatten nicht vor, dieses zu besuchen. Aber das Buschtelefon funktioniere gut und so kam der Dorfchef selber, in Begleitung von einem Kollegen und zwei Frauen mit einem Mädchen, zu uns aufs Schiff. Wir wussten um was es ging, sie wollten ihr Bündel «Kawa-Wurzel» abholen, das als würdiges Mitbringsel, um «ihre» Insel besuchen zu dürfen, galt. Doch wir hatten keine Kawa* an Bord, doch eine Pfanne die wir verschenken konnten und ein paar Vorratsdosen. Sie waren dann über dieses Geschenk gleichwohl froh. Noch zufriedener waren sie schlussendlich, als jeder von ihnen zwei Glas kalten Fruchtsaft getrungen hatte und Kuchen gegessen! Und für uns war es lustig, den Dorfchef selber zu Besuch zu haben!

Kawa* ist eine leichte Droge, die aus einer gemalenen Wurzel gewonnen und in wässeriger Lösung, bei besonderen Gelegenheiten, zusammen getrunken wird.


Das einzige Segelschiff sind wir!


Nautilus Suche auf der anderen Seite

Durch den Dschungel!

Der Clanchef «himself» zu Besuch

Es gibt Saft und Kuchen


Trinknüsse, anstatt Nautilusse auf der anderen Seite

 

Eine kleine Wetterstörung 

Sawa-i-Lau Island
Wir konnten die Überfahrt von Yadua zu den Yasawas gerade noch zu einem guten Zeitpunkt hinter uns bringen. Es war an diesem Tag Starkwind und Regen angesagt . Wir kamen ohne Regen an, aber der Wind preschte zwischen den Inseln durch und liess das Wasser aufschäumen. Also musste das Ankermanöver schnell gehen. Zum Glück gab es genug Platz und wie wir auf dem Satellitenbild sehen konnten, waren auch keine Korallen am Grund, sondern guter Sand. Bald darauf hatten wir siebzig Meter Ankerkette runtergelassen, auf eine Wassertiefe von ca siebzehn Metern und konnten entspannt abwettern.
Erstaunlicherweise war das Wetter am nächsten Morgen wieder recht schön, wohl hatte es noch einige Wolkenbänke am Himmel, aber es klärte gegen den Nachmittag auf. Die Ufer sahen spektakulär aus. Es gab pilzförmige Felsenköpfe die einzeln auf einem dünnen Bein standen und das Wasser darunter spielte. Der ganze Berg schaute zerklüftet aus, wohl Kalkstein, der vom Regenwasser ausgeschwemmt wird. Am Fusse dieses Berges und am Ufer gibt es Höhlen. In die eine kann man hinuntersteigen und darin schwimmen und in die zweite kommt man nur, indem man ein paar Meter unter dem Felsen hindurch taucht und dann in einer mystisch, dunklen Höhle wieder auftaucht. Wir hatten zum Glück einen Führer dabei. Kim tauchte als erster hindurch und nach einem kurzen Moment des Überlegens, ob sie es wagen soll, auch Lenja. Neele folgte ihr natürlich und dann war noch ich an der Reihe. Es war toll, in dem Raum aufzutauchen. Das Licht kam durch das Wasser auch leicht in die Höhle und schimmerte blaugrün. Als wir dann nach einer Weile wieder draussen waren, meinte Neele, das hätte sich doch wohl sehr gelohnt, diese Höhlen anzuschauen. Tipptopp!
Auch am nächsten Tag war das Wetter besser als erwartet und es hat uns gefreut, noch die Zeit zu haben diese spannenden Felsformationen noch von nahem anzuschauen, zu umrunden und rundum zu Schnorcheln. Es war einfach eine wunderbare Landschaft. Die ganze Familie war irgendwo zwischen den Felsen verstreut unterwegs um eigene Entdeckungen zu machen. Und es gab viel zu entdecken: Leuchtende blaue Fischchen unter den Steinen, spezielle Lebewesen die auf dem Sand leben und wie runde Teppiche mit Fransen aussehen, Eingänge durch die man hindurchkriechen konnte und dann auf der anderen Seite wieder zurückklettern. Dann war da noch das Riff zum schnorcheln und so verbrachten wir den ganzen Nachmittag am Ufer und alle waren rundum zufrieden.

Eine der weltweit vielen «Blue Lagoons»

Der nächste Tag führte uns wieder weiter, zum nächsten Ankerplatz, zur «Blue Lagoon». Die lang ersehnte und wiedergefundene «Insel-Entspannung» war durch eine E-Mail wieder in Gefahr: Unser Ruder ist schon fast in Nadi am Flughafen angekommen! Nun sind wir also quasi wieder auf dem Weg in die Vuda Marina. Der Ankerplatz in der «Blue Lagoon» war nicht so besonderes. Es lag direkt vor einem Resort und es herrschte viel Boot- und Wasserflugzeugverkehr. Touristen kamen angeflogen und wurden von Booten abgeholt. Nach einer Nacht und einem Tag fuhren wir weiter, zur nächsten Insel, nur hatten wir mit unserer Reiseplanung Pech: Seit dem Tief sind die Windverhältnisse unstabil und es ist nichts mit dem üblichen Süd-Ost Wind. Der Wind verfolgt uns auf die Nase, wohin auch immer wir vorhaben zu gehen. Das zehrt ein wenig an den Nerven – wollen die Segler doch segeln und nicht motoren! Dies war auch am Tag danach so, wo uns die Fahrt zu einem Ankerplatz bei drei kleinen, unbewohnten Inselchen führte. Welch ein wunderhübscher Ankerplatz, mit einem eindrücklichen Felsen, der fast die Form einer Schildkröte hatte. Wir finden einen Ankerplatz, gut verteilt zwischen noch zwei anderen Booten, auf einer Ankertiefe von 20 Metern. Das ist recht tief für unsere Verhältnisse, doch es klappt und wie es schien, gab es auch keine Korallen am Grund, für welches wir dankbar sind!

 

Naviti – wo wir über den Hügel steigen und Ein Wrack suchen

Wir kommen als einziges Boot in die schöne, grosse Bucht. Wieder mit wunderbar blauem Wasser und einem langen, hellen Sandstrand, lässt dies sofort unser Dinghi klar machen um uns auf Erkundungstour zu begeben. Es war brütend heiss am Strand aber wir hatten den Plan, den Trampelpfad auf die andere Seite der Insel zu suchen. Dort sollte es ein kleines Flugzeugwrack aus dem zweiten Weltkrieg zu entdecken geben. Wir stapften über den ganzen Strand zum anderen Ende wo sich dann auch ein kleiner Pfad finden liess! Der Weg war kaum zu erkennen und führte im Zick Zack immer zu den kleinen Grüppchen Kokospalmen, doch irgendwann war das Meer auf der anderen Seite zu sehen. Es war eine struppige Wanderung durchs Dickicht, wo wir auch ein berühmtes Insekt, das sich als kleines Holzstückchen tarnt, entdecken konnten!
Auf der andern Seite fanden wir eine verlassene, traditionelle Hütte und ein neueres aber auch verlassenes Haus. Ein einsamer aber wunderschöner Ort um zu leben!
Wir wateten ins Meer und die Lage des Flugzeugwracks war dann auch zum Glück mit einer Boje gekennzeichnet, es wäre wohl schwierig gewesen, dieses kleine Ding zu finden! Es war nämlich ein kleiner Einmann-Bomber, nur ca sechs Meter lang. So hatten wir dies dann auch mal bald gesehen und konnten uns wieder zurück zur Elas auf den Weg machen. Auf dem Nachhauseweg fanden wir noch überraschenderweise, zwei, leider zerbrochene, Nautilusschnecken am Strand!

 

Waya, wo wir unser zweites «Sevusevu» machten und willkommen waren

Der Wind war wieder gegen uns. So wollten wir nicht sehr weit fahren. Unser nächster Ankerplatz war auf der Insel Waya, direkt vor einem Dörfchen, wo wir um «Sevusevu» nicht herumkamen. Es waren auch gerade Leute von zwei anderen Schiffen auf dem Weg ins Dorf, so schlossen wir uns, wieder mit einer Pfanne und Konservendosen bewaffnet, an. Es wurde uns gesagt, wir sollten zu «Rebekka» gehen. Rebekka sass gerade am Boden und war mit Brotbacken beschäftigt. Sie freute sich über unser Mitbringsel und sagte ihrer Tochter, sie solle uns ein wenig herumführen. Es war interessant und toll, einen kleinen Einblick in ihr Leben zu kriegen. Die Menschen waren aufgeschlossen und freundlich und es schien ein zufriedenes Leben zu sein, welches diese Menschen da führten, auch wenn wir auch teilweise grosse Unterschiede in den Häusern wahrnehmen konnten. Wir lernten den «Kindergarden-Teacher» kennen, der gerade vom Fischen zurückkam und ganz rote Augen hatte. Wir erfuhren dann später von Rebekkas Mann, dass sie oft bis auf dreissig Meter tauchten und drei Minuten unter Wasser sein können! Dies beeindruckte uns schwer, aber natürlich eigeten sie sich diese Fähigkeit an, um zu Überleben – gute grosse Fische zu kriegen. Wir wollten dann aber den Samstagabend der Dorfleute nicht länger stören und machten uns erfüllt von den Eindrücken, wieder zurück auf die Elas.

Wir erfuhren dass im Dorf 90 Familien leben oder da 300 Menschen. Die Kindergartenkinder im Alter von drei bis fünf sind siebenundzwanzig Stück. Und die grösseren Kinder gehen auf der anderen Seite der Insel für täglich fünf Stunden zur Schule. Sie werden fünf Tage der Woche mit Booten hingebracht.

Rebekka mit unserem «Sevusevu»

Das Brot wird im Wasser gebacken

Der «Kindergarden-Teacher» kam gerade vom Fischen und die Kinder zeigen den Rohbau des neuen Kindergartens. Der alte wurde durch den Zyklon zerstört.

 

Wir treffen auf ein Schweizer Langzeitsegler Boot und grillieren Mashmellows am Strand

24. Oktober 201
Navadra, so heisst die kleine Inselgruppe wo wir dann noch zwei Nächte verbrachten, bevor wir wieder zurück in die Vuda Marina gefahren sind. Während wir am Strand mit unseren Vorbereitungen für ein Strandfeuer-Abendessen beschäftigt waren, trafen wir «wieder mal» eine Schweizerin, die mit ihrem Partner auf dem Boot «Vanupied» unterwegs ist. Wir kannten das Paar, dass auch schon seit dem Jahr 2009 unterwegs ist, schon vom hören sagen von den «Ulanis». Es war wieder eine nette Begegnung und wieder einmal staunen wir, dass unser kleines Land hier so zahlreich vertreten ist.
Am nächsten Morgen machten wir uns dann gleichzeitig auf, wieder in Richtung Lautoka. Wir hatten eine sehr unruhige Nacht hinter uns. Nach dem starken Wind zog ein Schwell träge in die Bucht und bei der windstillen Nacht kamen unsere Boote alle so richtig ins Schwingen! Es war ein Geschaukel und Geklimper und ich bekam sogar während der Nacht ein Buch auf den Kopf geworfen. Nach ca vier Stunden standen wir wieder vor der Einfahrt der Vuda Marina.

 

 

Back again

25. Oktober 2016
Es war kein schlechtes Gefühl, zurück zu sein. Wir freuten uns, uns nun endlich an die Arbeit machen zu können und das Thema «Ruder» abschliessen zu können. Zudem hatte ich es geschafft, nach ganzen zwei verlohren gegangen Lieferungen, Schulbücher für die Kinder im Marina Office, abholen zu können, das freute mich auch.
Wir parkten in der kreisrunden Marina ein, direkt neben einem kleinen Katamaran wo wir mit einem freundlichen «Grüezi!» begrüsst wurden! Na sowas, schon wieder ein Schweizer Schiff! Und lustig, dass wir gerade nebeneinander landeten, neben der «Roten Harlekin».
Unser Ruder fanden wir dann hinter dem Office, geduldig auf uns wartend. Es schien auch den ganzen Weg heil überstanden zu haben. Es gab keine Zeit zu verlieren und wir machten uns kurz darauf ans auspacken und streichen. 

Der Ruderwechsel

26. Oktober 2016
Wir hatten Glück, dass wir schon am Tag nach der Ankunft aus dem Wasser genommen werden konnten. Das Timing war wieder mal speziell: Alle Trockenplätze waren besetzt und der Kranführer für zwei Tage an einer Schulung um zu lernen, Katamarane über die neue Rampe aus dem Wasser zu heben. Doch am Nachmittag gab es wieder einen Platz auf dem Trockenen, wieder mit netter Aussicht auf den Hafen und aufs Meer, und wir begannen wieder mit einem Loch graben um das Ruder ausbauen zu können. Alles ist nun schon fast nichts besonderes mehr! Das Ruder kommt dann auch ganz gut aus der Halterung heraus, nur das neue Ruderlager sitzt erstaunlich fest. Aber nach einigen Unternehmungen, ein geeignetes Werkzeug zu finden und dessen Erfolg, löste sich dann dies auch. Die zweite Herausvorderung war ein Loch in den Schaft des neuen Ruders zu bohren… Gerechnet hatten wir nicht damit, das wir das tun müssen! Es handelte sich um das Loch, durch dessen wir die Autopilotsteuerung befestigen werden. Die Schwierigkeit bestand darin, den rechten Winkel zum Ruderblatt für die Bohrung, an dem runden Schaft zu finden, damit das Loch nicht schräg gebohrt wird. Aber es hatte Spass gemacht, zu tüfteln und Lösungen zu finden! Nun hoffen wir dass es passt!

 

 

 

Eine Antwort zu “26. Fiji Yasawas

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