18. Pazifiküberquerung

Überfahrt zu den Marquesas, Hiva Oa

Start am 7. 4. 2016 , ca. 3000nm

 

Anders als wir gedacht haben…
7.- 9.4.2016

Trotz dem weinenden Auge, dass wir die schönste der Galapagos Inseln, Isabela, nur so kurz besichtigen konnten, waren wir überzeugt, das Richtige zu tun. Doch unterdessen sind wir nicht mehr so ganz sicher: Wir sind seit wir unterwegs sind, am Motoren. So hatten wir uns das nicht vorgestellt! Normalerweise, sagt man, muss man bei dieser Strecke ca. zwei Grad südlich segeln, um den Passatwind zu kriegen. Unterdessen sind wir beim fünften Grad angelangt und werden wohl noch ein Grad südlich weiter den Kurs halten, um dann endlich auf den Passat zu stossen. Das war eigentlich was wir auf der Gribdatei gesehen hatten und vermeiden wollten! Und es schaute auch so aus, als ob wir noch genügend Wind haben werden, um zu segeln. Doch um ein paar wenige Knoten war es um die Segelfähigkeit, wegen den hohen Wellen getan: Die Segel schlagen…. Zu Beginn hatten wir noch das Glück die Meereströmung mit uns zu haben, so waren wir mit dem Motor anstatt nur 5 Knoten, 7 Knoten unterwegs – immerhin.
Das Wetter ist durchzogen von Squalls und Bewölkung. Doch wenn kurz mal wieder ein Squall durchzieht, haben wir wieder eine Unterstützung zum Motor und machen ein/zwei Knoten mehr Fahrt. Nun sehen wir zuversichtlich vorwärts!

 

Bild: Kurz vor unserem Aufbruch sehen wir noch die Pinguine auf Isla Isabela!


Den Wind gefunden
13.4.2016

Bis zum siebten Grad Süd mussten wir noch heruntermotoren. Immer wieder kurz konnten wir den Wind eines Squalls erhaschen und freuten uns schon, nun den Passatwind erreicht zu haben! Doch das war nichts! Gestern Nacht war noch einmal so richtig streng mit Squalls und  Segelwechsel, doch um drei Uhr setzen wir zum letzten Mal unseren Kurs Richtung Marquesas und seit dann sind wir mit der Genua und immer da 6 – 7 Knoten unterwegs, ohne Korrekturen. Wir sind glücklich und entspannt und so wie es momentan aussieht – könnte es noch die nächsten Tage so bleiben! Unterdessen segeln wir auch wieder im Blauen… Die paar Dauerregentage haben zwar dem Schiff und auch uns mal gutgetan. Eine erfrischende Abkühlung! Doch nun freuen wir uns wieder über blauen Himmel und weissen Wolken über dem glitzernden Meer. Die Crew ist zufrieden, immer mal etwas feines zu Essen, behält die Stimmung! Doch auch sonst, die Zeit geht schnell herum, mit all den kleinen Dingen die es zu tun gibt. Und natürlich mit der obligaten Schulzeit über offenem Himmel!

 

Die Mitte der Strecke
17. 4. 2016

Die Tage rinnen so dahin… Nun fahren wir schon in ein paar Seemeilen über die Mitte der Strecke der 3000 Seemeilen! Wir haben seit Tagen, das heisst seit dem Anfang, kein anderes Schiff gesehen. Kein Frachter, kein Tanker und auch keine anderen Segelschiffe. Es ist unvorstellbar wie gross dieses Meer ist, dass wir gerade so mir nichts – dir nichts überqueren.

Wir sind ja vor eineinhalb Wochen zusammen mit «Blue Raven» abgefahren. Wir konnten ihr Licht vom Topmast noch ca, zwei Nächte lang vor uns sehen, dann waren sie weg. Auch über Funk schon bald ausser Reichweite. Die Kinder haben mal noch zusammen ein paar Stunden ein Spiel gespielt – Schiffe versenken – über Funk. Dann waren wir alleine. Es ist leider ein Ding der Unmöglichkeit, bei einer solchen Strecke beieinander zu bleiben. Ein bisschen wehmütig war es zu Beginn. Doch dann tauchte plötzlich ein anderes Schiff, 5sm neben uns, auf dem AIS auf! Und es war die «KRISTIANE». Wir hatten die Beiden älteren Leute auf San Cristobal kennengelernt. Wir freuten uns, ihnen über Funk hallo zu sagen und sie freuten sich uns zu hören! Aber schon nach kurzer Zeit waren auch sie wieder auf und davon! Doch seit ein paar Tagen haben wir regelmässig Kontakt über Satellit-EMail. Wir wissen wo die beiden anderen Boote sind, welchen Kurs sie fahren, wie das Wetter ist und ob sie einen Fisch gefangen haben! Jeden Morgen um 6 Uhr tauschen wir uns aus, das ist super. So haben wir auch erfahren, das Brian von «Blue Raven» den Generator flicken muss und dass sie begonnen haben, die fliegenden Fische die sie am Morgen am Deck finden, zum Frühstück braten! Sie sind ganz begeistert davon und wir werden das wohl dann auch mal ausprobieren – doch wohl eher zum zMittag!

Das Segeln ist seit mehreren Tagen sehr entspannt. Längers waren wir nur mit der ausgebaumten Genua gesegelt und danach drehte der Wind mehr von Süden und wir konnten mit der normalen Besegelung, Gross und Genua auf dem Steuerbordbug segeln. Das war super weil die Schiffsbewegungen viel geringer sind, als bei dem Wind von hinten. Und zudem brauchten wir uns auch keine Sorgen zu machen wegen unserer Schiene, an der die Schlitten für unsere Bäume am Mast befestigt sind. Diese Schiene fing sich nämlich langsam an zu lösen… Doch wir hatten ein Spannset dabei, mit dem wir die Schiene so richtig fest am Mast anzurren konnten, damit sie sich nicht fester lösen kann. Wir müssen diese dann mal bei Gelegenheit verstärkt montieren. Ab und zu kam dann mal eine grosse Seitenwelle und wurde abrupt von unserem Schiffsbug abgebremst. Das gab dann einen Knall und das Wasser spritzte hoch bis zum Cockpit! Dann waren wir froh hatten wir noch unser Seitenverdeck unten, so waren wir von einer unliebsamen Salzwasserdusche geschützt! In der Nacht fliegen auch die fliegenden Fische aufs Deck, es war auch ein paar Mal einer ans Plastikverdeck gesprungen – mit einenem lauten «Klatsch» und mit einen Schreck wurde er so wieder ins Meer katapultiert. Der Schreck war auch unsererseits! (Einmal lag ich in mit offenem Fenster in unserer Koje und hielt ein Schläfchen. Da sprang einer am hellichten Tag auf unsere Badeplattformen und zappelte sich wieder ins Wasser. Wäre ja lustig gewesen, wenn dieser mir auf den Kopf ins Bett gefallen wäre!)

Unterdessen mussten wir die Besegelung wieder auf die ausgebaumte Genua ändern und das Schiff schlingert nun wieder von der einen auf die andere Seite! Momentan stört es niemand – alle liegen in ihren Betten. Es ist eine warme Nacht mit Sternenhimmel und Mondschein. So strahlend wie der heutige Tag war, so ist nun die Nacht. Einige Nächte zuvor hatten wir sehr dunkle Nächte – wir segelten im Nichts! Und Nächte in denen es regnete, was auch nicht so ungemütlich war, weil wir nämlich unsere Seitenverdecke herunterlassen können und so wunderbar vom Regen geschützt waren! Der Wetterbericht für die weiteren Tag sieht gut aus, sie haben regelmässigen Wind von 15-20 Knoten aus Südost/Ost vorausgesagt, was für uns perfekt ist. 

 

Der Lebensrythmus während der Ûberfahrt hat sich nun wieder so richtig eingependelt. Es gibt viel Zeit zum Tagträumen, lesen, spielen oder zeichnen. Neele malt die witzigsten und schönsten Bilder, egal bei welchem Wellengang! Vorallem die Tierwelt von Galapagos hat es ihr angetan: Sie malt kunstvoll Seelöwen, Blaufusstölpel und Pinguine. Unsere Nachtwachen haben wir auch gut im Griff. Immer um 23 Uhr, 02 Uhr und 05 Uhr lösen wir uns ab, mit Schlafen und Wachen. 

Unterdessen konnten wir auch wieder unsere Passatsegel montieren. Als wir dies das erste Mal auf See (nicht vor Anker) getan hatten, war mir dies unheimlich. Doch unterdessen machen wir das mit Links: Zuerst muss das Genua (Vorsegel) herunter. Dann führen wir am Vorstag die beiden Genuas in die eine Schiene. Lenja ist an der elektrischen Winsch und zieht die Segel per Kommando hoch und Kim und ich schauen vorne dass es gut in die Schiene eingeführt wird. Der Wind kommt direkt von hinten und wir sind danach (kurz) wunderbar schnell unterwegs. 

 

Passat mit Unterbrüchen
23. 4. 2016

Vor drei Tage mussten wir in der Nacht dann plötzlich wieder den Motor laufen lassen. Der Wind war weg, die Segel schlugen. Es war relativ unerwartet, da unser GRIB erst nach drei-vier Tagen schwächeren Wind vorausgesagt hatte. In dem Moment sollten wir eigentlich wunderbare zwanzig Knoten zum Segeln haben! Und es dauerte an, den ganzen Tag waren wir unter Motor weiter unterwegs, was ja eigentlich nicht so schlimm wäre, würde dabei nicht ungnädig unser Dieselbestand schrumpfen… Wir haben 300l im Tank und noch ca. 120l in kleinen Kanistern dabei. Die ganze Menge reicht für ein bisschen mehr als einen Viertel der ganzen Strecke. Also ca. für fünf Tage lang Tag und Nacht durchmotoren. Und wir waren ja zu Beginn der Überfahrt schon längers mit dem Motor unterwegs und es liegt immer noch eine ganze Woche Reisen vor uns! Die innere Unruhe die sich in mir ausbreitet, während dem der Motor läuft, ist wohl nachvollziehbar!

Nun, so sind wir langsam mir unserem Volvo Penta mit 4.5 kn unterwegs. (Unser Rumpf muss wohl einen starken Bewuchs haben, sonst wären wir einen Knoten schneller…) und ich widme mich mal dem Bugzimmer von Lenja. In letzter Zeit hatte ich vermehrt das Gefühl, dass es da nach Schimmel riecht. Und tatsächlich, im Kleiderschrank haben die Dinge wie Rucksäcke und Regenmäntel alle gegraute Flecken und stinken scheusslich. Also nehme ich alles raus und wasche das Schrankinnere aus. Hänge alles Stinkende am Heck an den Geräteträger und an die Reling. Ein paar Regenmäntel wasche ich mit möglichst wenig Wasser aus. Danach heben wir noch ihre Matrazen… Auch diese sind grauslich am müffeln! Also auch diese raus an die Sonne, die Bezüge entfernen und waschen! Auch die Matratzen selber werden punktuell mit Waschmittel geschrubbt. Dazu verwendeten wir unser Wassermacher-Wasser, das wir immer wieder nachproduzieren können und bringen es literweise an Deck. So hatten wir zu tun. Die Sonne schien heiss und trocknete das kunterbunt am Schiff hängende Matererial relativ schnell wieder. Und Lenjas Koje duftete am Abend mehr nach Waschmittel als nach Gegrautem. 

Irgendwann mal am Abend, konnten wir wieder Segel setzen. Gott sei Dank! Wie schön das war, wieder ruhig unter Segeln zu reisen, und wie dankbar wie wir dafür sind! 

Am Morgen spielte sich aber das Ganze wieder von vorne ab. Der Wind liess nach und verschwindet schliesslich ganz. Also wieder Motor an. Und durch den ganzen Tag durchliefen wir einen Regenguss nach dem anderen! Das tolle war, wir konnten alle eine Gratis Dusche nehmen! Und der starke Regenguss reichte auch für das ganze Shampoo wieder aus den Haaren zu kriegen und sogar noch das T-Shirt zu waschen. Wunderbar, und auch gar nicht kalt sondern sehr erfrischend! Das Wasser schwappte in Bächen auf dem Deck hin und her – es war ein grosses, nasses Vergnügen! Alle sauber und erfrischt wieder im Cockpit, hegten wir die Idee, mal mitten am Tag, nicht erst am Abend, einen Film zu gucken. Gemütlich unter dem Regenverdeck im Cockpit. Doch zuerst mussten wir noch unser Gewissen beruhigen und ein bisschen Mathematik machen! So machten wir es dann auch, sogar mit Popcorn! So verrann auch dieser Tag zufrieden. Aber noch schöner war, als wir dann am Abend beim Einnachten wieder die Segel setzen konnen – der Passat war wieder zurück! Nun haben wir noch ca 700 Seemeilen vor uns. Das heisst noch etwa sechs Tage, bis wir wieder Land sehen. Wir sind gespannt und hoffen erwartungsvoll, den grössten Teil der restlichen Strecke unter Segeln hinter uns bringen zu können!

 

Bild: Ein kleiner Fliegender Fisch

Der Wind ist da – die kleine Welt in Ordnung
24. 4. 2016

Nun sind wir wieder so unterwegs wie wir es uns wünschen. Die Segel sind gefüllt und wir düsen stetig mit 6 bis 7 Knoten voran! Nun, nach der bangen windlosen Zeit, ist es doppelt schön! Noch haben wir ca 5 Tage vor uns und wir wollen diese in vollen Zügen geniessen! Die Tage sind prächtig mit dunkelblauem glitzerndem Meer, weissen Schaumkronen und Schäfchenwolken. Die Nächte klar mit funkelnden Sternen. Wirklich – die Sterne so wie wir sie hier auf dem Pazifik sehen, funkeln in den Regenbogenfarben. Bald ist unser Frischvorrat zu Neige – es gibt noch zwei Tomaten und ein angefangener Kohl, Zwiebeln und ein paar Kartoffeln. Ein Highlight ist selbstgemachtes Joghurt mit Büchsenananas. Und natürlich Kims Frühstück-Pfannenbrot! Der frisch gefangene Fisch, filettiert in Mehl getunkt und gebraten – es gibt keine passendere Mahlzeit. 

 

Warum ist wieder kein Wind mehr?
Und die «Kristiane» hat einen gebrochenen Vorstag
26. 4. 2016

Langsam erkennen wir das Muster unserer Pazifik Überquerung: Wir werden von der Besorgnis – weil kein Wind, zur Erleichterung und Freude – weil Wind, (zufrieden wenns immerhin nur ein bisschen ist) wieder zur Besorgnis – weil der Wind unerklärlicherweise wieder ausfällt, geführt. Die Wettervorhersage meldet regelmässigen Passatwind voraus und dieser fällt dann aber von morgen früh bis am Abend, bis es einnachtet, aus. Der Unterschied ist von gemeldeten fünfzehn Knoten Wind, mit welchem wir wunderbar vorankommen würden, zu zwei bis fünf Knoten. So blieb uns nichts übrig, als einfach Moment für Moment vorzu zu nehmen wie es war, solange wir noch einigermassen Diesel in Reserve haben. Diese Reise war ganz anders alls all die anderen kürzeren oder auch längeren Überquerungen: Diese lässt uns demütig, anspruchslos und vertrauensvoll werden!

Beim täglichen Mail-Chat mit den beiden anderen Booten erfahren wir von «KRISTIANE» dass ihr Vorstag gebrochen ist. Das spannende ist, dass wir zu diesem Zeitpunkt gerade nur noch (!) 1,7 Seemeilen voneinander entfernt sind! Welcher Zufall! Wir waren zu Beginn der Reise ein-zwei Tage einander nähernd  dann hatte sich der Abstand wieder um fünfzig bis hundert Meilen vergrössert. Nun waren sie gerade in der Notsituation so nahe. Wir bieten ihnen über Funk zwei Kanister mit Diesel an. Und passen unsere Geschwindigkeit an die ihre an. Die «Kristiane» hatte mit zwei Seilen die am Mast befestigt sind («Falls») ihren Mast gesichert und segeln nun sehr, sehr langsam mit 2 Knoten, mit stark gerefftem Grosssegel, damit sie nicht den Mast verlieren. Schon bald kommt von ihnen die Botschaft, wir sollten doch weitersegeln, sie seien soweit in Ordnung. Wir waren nicht unfroh darüber, doch unsere Gedanken waren immer wieder bei unseren Mitseglern. Wir mussten schon geduldig sein – und erst sie!

 

Endspurt?
Noch ca 200 Seemeilen bis zum Ziel.
27.4.2016

Nach zwei Tagen Flaute und zwei Nächten sehr langsamem Segeln haben wir nun seit 24h Wind. Wow! Wir sind glücklich über 4,5 Knoten Geschwindigkeit…. Nun ist die Distanz absehbar und wir werden sogar noch mit einigem Diesel im Tank in den Marquesas ankommen! Unsere Mitsegler von der «Blue Raven» sind schon am Ziel, nehmen wir an. (Die «Blue Raven» ist eine 53 Fuss Hallberg Rassy und war auch unter Motor immer 1-2 Knoten schneller unterwegs. Sie waren auf die 3000 Seemeilen ca 300sm voraus.) Die «Kristiane» ist ziemlich weit hinter uns gefallen und sie  müssen noch sehr geduldig sein mit dem Tempo dass sie haben… Wir werden den Kontakt per E-Mail noch halten, damit wir wissen ob sie gut angekommen sind!

Die Vorfreude auf den Landfall ist spürbar. Doch habe ich auch das Gefühl, dass die alle die verbleibenden Tage noch extrem geniessen. Diese Zeit auf dem Meer – speziell wenn sie so lange ist wie gerade – ist so einzigartig. Langeweile gibt es nicht, nur einfach viel Zeit. Und das ist schön. Auf dieser Reise haben wir fast jeden Abend beim Einnachten einen Film geschaut. Abwechslungsweise einen Kinder- mit einem Erwachsenenfilm. Während dem war der Mond aufgegangen und die Sterne am Nachthimmel. Das Wasser rauscht an uns vorbei und das Boot macht feine Bewegungen, ab und zu hören wir eine Welle neben uns brechen. Openair Kino-Feeling pur!

 

Sonnenaufgang und Inselkulisse 
29.4.2016

Mit viel Wind sind wir vorgestern mit über sechs Knoten vorangekommen. Wir rechneten uns schon mit Freude aus, dass wir bei dieser Geschwindigkeit am Donnerstag Abend ankommen werden. Doch der Wind war ja so wechselhaft, dass wir das Tempo nicht halten konnten. So mussten wir zwölf Stunden überbrücken, weil wir nicht in der Nacht ankommen wollen. Nun ist es frühmorgens, der Horizont ist leuchtend orange mit Wolken bespickt und wir schaukeln mit unseren drei Knoten an der Küste entlang. Die Ganze Nacht waren wir mit diese Geschwindigkeit unterwegs. Nach dieser langen Zeit nur Meer und Himmel als Horizont, kommt uns dieser Anblick der marquisischen Insel ganz unwirklich vor. Das Tageslicht wird immer stärker genug zur sicheren Anfahrt zum Ankerplatz in Atuona, Hiva Oa.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

«Ein stinknormaler Segeltag auf dem Pazifik»

geschrieben von Lenja Kaufmann

Als ich am Morgen aufstehe, sehe ich den Ball in meinem Zimmer fröhlich hin- und her rollen, als ob er sich an den Schiffsbewegungen freuen würde. Da wäre er aber auch der Einzige, denke ich und mache mich auf den Weg zum Cockpit. Ich komme aber nicht weit, denn schon beim zweiten Schritt schlage ich mir den Zehen an. Schnell ziehe ich ihn hoch um mir den Schaden anzusehen. Das war ein Fehler, denn schon in diesem Moment kommt wieder eine grosse Welle und ich stosse mit voller Wucht gegen den Tisch! Schnell rapple ich auf und klettere die Treppe rauf. Draussen sitzen Neele und Mami, sie haben beide Zöpfe. Ich vermute dass Neele extra ganz früh aufgestanden ist, um Mami Zöpfe zu machen. Ich setzte mich die Windschutzscheibe (Sprayhood) und schaue aufs Meer wo gerade ein paar fliegende Fische davondüsen. Bald darauf kommt Papi nach oben und setzt sich, erst mal noch sehr müde aussehend, auf die Bank. Bald darauf pfeift der Wasserkocher. Mama geht nach unten und macht den Kaffee für sich und Papa fertig. Ich freue mich als mir eine Tasse Schwarztee mit Milch und Zucker in die Hand gedrückt wird und beginne auch gleich, ihn auszuschlürfen. Doch ich habe das Blasen vergessen und verbrenne mich sogleich! Als alle Tassen leer auf dem Tisch stehen und mindestens zweimal schon heruntergefallen sind, gibt Papa das Frühstück durch das kleine Fenster bei unseren Füssen durch ins Cockpit hinaus. Es gibt Zwieback mit Avocado, Tomaten, Peperoni und einer sehr künstlich schmeckende Konfitüre. Während des Essens müssen wir die ganze Zeit die Schälchen halten, von den Messern ganz zu schweigen. Denn das ganze geht so: Es fällt etwas runter, man legt seinen Zwieback auf den Tisch um es aufzuheben. Natürlich fällt dann bei der nächsten kleinen Welle der Zwieback zu Boden. Man nimmt einen Lappen um es aufzuwischen und wenn man unten ist, bombardieren einem die anderen Sachen die noch auf dem Tisch sind wegen einer grossen Welle und am Schluss ist alles am Boden. Also nach diesem wackeligen Frühstück ist Neele am Abwaschen und wir merken dass wir einen Haufen fliegender Fische an Deck haben. Papa geht nach vorn und sie fliegen wieder zurück ins Wasser. Nachdem die Fische wieder im Wasser sind, klettere ich nach unten und probiere, mich an allem festhaltend, die Zähne zu putzen, was auch einigermassen klappt. Bald sitze ich wieder oben und mache Schule, bis es «zMittag» gibt. Ich bin noch oben und höre Neele fragen; «Was gibt es eigentlich zum Essen?»Und Papa antwortet sogleich, «es gibt Monsterbrot». Neele ist ganz fasziniert und sagt dies mir mindestens hundert mal. Als es endlich Essen gibt, merke ich dass es Fladenbrot ist das wir dann mit Salat essen. Danach ging Neele abwaschen und es gab für alle ein Stück Schokokuchen. Später räumte ich dann das Schulzeug weg und ging nach unten und versuche zu lesen. Aber bald wurde mir dabei schlecht und ich ging wieder nach oben  um dort bis um 21h Uhr zu sitzen, raus zu schauen und IPad Spiele zu machen. Später schauten Neele, Papa und ich unten in dem Salon noch drei «Shaun das Schaf» Filmchen, während es draussen regnete. Als das vierte Filmchen begann, wollte Papa noch kurz raus, um zu sehen ob alles beim Rechten ist, doch da übersah er die durchsichtige Scheibe die wir über dem Niedergang haben, damit kein Regen reinkam und schlug sich tüchtig den Kopf an. Dann durften wir nicht mehr weiter schauen und mussten ins Bett!

 

geschrieben von Lenja Kaufmann

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